Gegründet an der Mündung des antiken Billaiosflusses (heute Filyos Çayı) in das Schwarze Meer, ist Tieion (auch Tios oder Tion geschrieben) eine der ältesten griechischen Kolonien an der Nordküste der Türkei. In der zweiten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. von Siedlern aus Milet — der Überlieferung nach von einem milesischen Priester namens Tios — gegründet, hat sich die 60 Hektar große Stadt von einem Kolonialhandelsposten zu einer wohlhabenden römischen Hafenstadt und einem byzantinischen Bischofssitz entwickelt. Unter Leitung von Prof. Dr. Şahin Yıldırım (Universität Bartın) wurden bei den Grabungen eine außergewöhnliche Nekropole mit über 96 Sarkophagen entlang einer 500 Meter langen „Sarkophagstraße", ein gut erhaltenes römisches Theater, ein Unterwasserhafen und Inschriften, die als älteste schriftliche Dokumente der türkischen Schwarzmeerküste identifiziert wurden, freigelegt. Da in keiner anderen antiken Stadt der Schwarzmeerregion eine vergleichbare Nekropole gefunden wurde, ist Tieion für die regionale Archäologie einzigartig bedeutsam.
- Warum Tieion bedeutsam ist
- Geografische Lage und Naturraum
- Historische Chronologie
- Wichtige Bauwerke und Funde
- Archäologische Forschung
- Besucherinformationen
- Häufig gestellte Fragen
- Quellen und weiterführende Literatur
Warum Tieion bedeutsam ist
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Eine der ältesten griechischen Kolonien am Schwarzen Meer. In der zweiten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. von milesischen Kolonisten gegründet, beherbergt Tieion Belege für die frühesten Phasen der griechischen Expansion in der pontischen Region und ist wichtig für das Verständnis archaischer Kolonisierungsmuster und ihrer wirtschaftlichen Motivationen.
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Eine von moderner Bebauung verschonte Stätte. Anders als viele Schwarzmeerstädte, die unter modernen Kleinstädten wie Sinop, Trabzon oder Amasra liegen, ist das 60 Hektar große Areal von Tieion weitgehend frei von moderner Bebauung. Dies bietet Archäologen einen außergewöhnlich umfassenden Blick auf den Stadtplan von der Akropolis bis zum Hafen — Forschungsmöglichkeiten, die an vergleichbaren Stätten nicht zu finden sind.
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Eine spektakuläre Nekropole — die „Sarkophagstraße". Bei den Grabungen wurden 96 Steinsarkophage, 23 Kammergräber, 7 Kistengräber, 60 Ziegelgräber und über 1.300 Grabbeigaben entlang einer 500 Meter langen Straße freigelegt. Die Nekropole bietet eine nahezu kontinuierliche Bestattungsdokumentation über tausend Jahre vom 5. Jh. v. Chr. bis ins 5. Jh. n. Chr. In keiner anderen antiken Stadt der Schwarzmeerregion wurde eine vergleichbare Nekropole gefunden.
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Die ältesten Inschriften der türkischen Schwarzmeerküste. Kapitelle in dorischer Schrift und Reste, die als älteste schriftliche Dokumente der türkischen Schwarzmeerküste identifiziert wurden, sind freigelegt und haben die Schriftkultur der Region in die frühesten Jahrzehnte der griechischen Kolonisierung zurückgeführt.
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Ein seltenes römisches Theater in der Schwarzmeerregion. Mit etwa 5.000 Plätzen ist das Theater von Tieion eines der wenigen antiken Theater, die entlang der südlichen Schwarzmeerküste identifiziert wurden.
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Belege für das römische Bürgerrecht. Grabsteine und Inschriften aus der Zeit Kaiser Marc Aurels zeigen, dass den Einwohnern von Tieion mehrheitlich das römische Reichsbürgerrecht verliehen wurde — ein wichtiger Beleg für den Romanisierungsprozess an der Schwarzmeerküste.
Geografische Lage und Naturraum
Tieion liegt im Bezirk Çaycuma der Provinz Zonguldak in eindrucksvoller Küstenlage am westlichen Ende der südlichen Schwarzmeerküste. Die antike Stadt wurde an der Mündung des Billaiosflusses (Filyos Çayı) in das Schwarze Meer gegründet, der historisch als Grenze zwischen Bithynien im Westen und Paphlagonien im Osten galt.
Die Geografie der Stätte umfasst mehrere unterschiedliche Bereiche:
- Akropolis: Auf dem höchsten Punkt der Stadt ein befestigter Hügel mit Blick auf Flussmündung und offene See. Verteidigungsmauern, Burganlagen und öffentliche Bauten krönten diesen Gipfel. Die Akropolis fungierte sowohl als militärische Bastion als auch als Verwaltungszentrum.
- Unterstadt: Dieses Areal erstreckt sich von der Akropolis zur Küste und enthielt Wohnviertel, öffentliche Bauten, Thermen und das Theater. Die Unterstadt fungierte als Hauptlebensraum der antiken Bevölkerung.
- Hafen: Antiker Hafen an der Flussmündung; Wellenbrecher und Kaianlagen sind teilweise unter Wasser. Unterwasserarchäologische Untersuchungen haben Hafeninfrastruktur identifiziert, die die technische Komplexität des antiken Hafens unter den Wellen offenbart.
- Nekropolen: Zwei Bestattungsgebiete östlich und westlich der Siedlung; Sarkophage, Kammergräber und verschiedene Grabtypen über tausend Jahre. Die östliche Nekropole mit der „Sarkophagstraße" ist die prächtigste.
Die Gesamtfläche umfasst etwa 60 Hektar und stellt eine der ausgedehntesten antiken Siedlungen der Region dar.
See- und Flusszugang
Die Kombination aus Hafen an der Flussmündung und offener Küste bot Tieion außergewöhnliche maritime Vorteile. Schiffe konnten bei Schwarzmeersturm in der Flussmündung Schutz finden, während das Billaios-Tal direkten Zugang zu holzreichen Hinterländern bot. Diese doppelte Erreichbarkeit — Seerouten und Binnenressourcen — war der Grundgedanke für die Koloniegründung.
Klima und Jahreszeiten
Das Klima ist feucht-ozeanisch geprägt: milde Winter, kühle Sommer und ganzjährig häufiger Niederschlag. Die Schwarzmeerküste erhält deutlich mehr Niederschlag als das anatolische Hinterland und prägt die üppig grüne Landschaft, die die Region charakterisiert. Beste Besuchszeit ist Mai bis Oktober.
Historische Chronologie
Archaische Zeit: milesische Kolonisierung (7.–6. Jh. v. Chr.)
Tieion wurde in der zweiten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. als Kolonie von Milet gegründet, der griechischen Stadt mit den meisten Kolonien. Einer antiken Überlieferung zufolge wurde die Kolonie von einem milesischen Priester namens Tios gegründet, dessen Namen die Stadt trug. Die Kolonisten wählten die Lage an der Flussmündung wegen des natürlichen Hafens, der Süßwasserquelle und des Zugangs zu holzreichem Hinterland.
Zu den archäologischen Belegen dieser frühen Periode gehören archaische Keramik, Architekturteile mit dorischen Kapitellen und Inschriften, die als älteste schriftliche Dokumente der Schwarzmeerküste gelten könnten. Diese Funde bestätigen, dass die Kolonie sich schnell zu einer funktionierenden griechischen Stadtsiedlung mit Verwaltung und religiöser Infrastruktur entwickelte.
Klassische und hellenistische Zeit (5.–1. Jh. v. Chr.)
In der klassischen Zeit blieb Tieion ein kleiner, aber aktiver Hafen, der über Seenetzwerke mit der weiten griechischen Welt verbunden war:
- Das Königreich Herakleia Pontike übte Hegemonie über die Region aus.
- In hellenistischer Zeit fiel die Stadt zunächst unter das Königreich Bithynien, dann unter den großen Feind Roms, das Königreich Pontos Mithridates' VI.
Die Stadt prägte eigene Münzen mit Dionysos-Kopf und Weintraube — eine Ikonografie, die die Bedeutung des Weinbaus in der lokalen Wirtschaft und die Verbindungen zum Dionysos-Kult widerspiegelt. Weinproduktion und -export waren in der klassischen Zeit wichtige wirtschaftliche Aktivitäten.
Die ältesten Gräber der Nekropole datieren in diese Zeit (5. Jh. v. Chr.) und zeigen, dass Bestattungsareale früh in der Geschichte der Stadt eingerichtet und über Jahrhunderte genutzt wurden.
Römische Zeit (70 v. Chr. – 4. Jh. n. Chr.)
Tieion fiel um 70 v. Chr. nach dem Sieg Pompeius' über Mithridates direkt unter römische Kontrolle. Unter römischer Herrschaft erlebte die Stadt ihre wichtigste Wachstums- und Wohlstandsperiode:
- Das Theater mit ca. 5.000 Zuschauerplätzen wurde errichtet oder weitgehend wiederaufgebaut.
- Im Stadtzentrum wurde ein römischer Tempel errichtet.
- Thermen spiegeln die Bedeutung der römischen Badekultur für das gesellschaftliche Leben wider.
- Ein Aquäduktsystem brachte Frischwasser aus den Quellen des Hinterlandes.
- Der Hafen wurde mit neuen Wellenbrechern und Kaianlagen erweitert, um zunehmenden Seeverkehr aufzunehmen.
- Die Nekropole erreichte ihre aktivste Periode (1.–3. Jh. n. Chr.); zahlreiche Steinsarkophage weisen auf eine wohlhabende Bevölkerung hin.
Römisches Bürgerrecht: Grabsteine und Inschriften aus der Zeit Kaiser Marc Aurels (161–180) zeigen, dass den Einwohnern von Tieion mehrheitlich das römische Reichsbürgerrecht verliehen wurde. Dies ist ein wichtiger Beleg für den Grad der Romanisierung an der Schwarzmeerküste.
Byzantinische Zeit (4.–13. Jh. n. Chr.)
In byzantinischer Zeit wurde Tieion ein bedeutendes Bistum. Eine Basilika und weitere kirchliche Bauten wurden errichtet, und heidnische Tempel umgewidmet. Die Stadtmauern wurden gegen Seeräuber und türkische Eindringlinge bewahrt und verstärkt. Der Name der Stadt wandelte sich allmählich von Tios über den Flussnamen Billaios zu Philios/Filyos.
Genuesische und osmanische Zeit (13.–15. Jh.)
Die Stadt geriet eine Zeit lang unter genuesische Kontrolle; italienische Seerepubliken errichteten entlang der Schwarzmeerküste Handelsposten, von dem gleichen Holzhandel angezogen, der Tausende Jahre zuvor die ursprünglichen griechischen Kolonisten gelockt hatte. Anschließend ging die Stadt an das Osmanische Reich über, und das antike Stadtzentrum geriet allmählich außer Gebrauch, da die Bevölkerung in die moderne Siedlung Filyos abwanderte.
Wichtige Bauwerke und Funde
Römisches Theater
Das in einen nach Westen weisenden Hang gehauene Theater ist eines der bedeutendsten Bauwerke von Tieion:
- Kapazität: ca. 5.000 Zuschauer — bemerkenswert für eine Schwarzmeersiedlung.
- Regionale Seltenheit: eines der wenigen entlang der südlichen Schwarzmeerküste identifizierten antiken Theater und damit einzigartig wichtig für das Verständnis des kulturellen Lebens der Region.
- Historisches Ansehen: im 19. Jh. von Reisenden zu den am besten erhaltenen Theatern Kleinasiens gezählt.
- Ausrichtung: Die Cavea (Sitzfläche) blickt nach Westen aufs Meer, sodass Zuschauer während der Aufführungen die Küstenlandschaft und den Sonnenuntergang genießen konnten — eine dramatische natürliche Kulisse.
- Akustik: Die Theatergestaltung erzeugt die ausgezeichnete Schallreflexion, die gut gestaltete antike Theater auszeichnet.
Nekropole und „Sarkophagstraße"
Die Nekropolen sind das ergiebigste und prächtigste Areal der Grabung. Das Team von Prof. Dr. Şahin Yıldırım hat folgendes freigelegt:
- 96 Steinsarkophage — die meisten entlang einer 500 Meter langen Straße aufgereiht, die die Forscher „Sarkophagstraße" nennen. Die visuelle Wirkung dieses Bestattungsboulevards ist auch heute noch eindrucksvoll.
- 23 Kammergräber — mehrräumige Felsenkonstruktionen für Familienbestattungen über Generationen.
- 7 Kistengräber — einfache Steinkastengräber für Einzelpersonen.
- 60 Ziegelgräber — ein in römischer Zeit verbreiteter Bestattungstyp für weniger wohlhabende Personen; zeigt das soziale Spektrum der Bevölkerung.
- Über 1.300 Grabbeigaben — Keramik, Glasgefäße, Schmuck, Münzen und weitere Beigaben, die soziale Hierarchie, Handelsbeziehungen und religiöse Überzeugungen über mehrere Jahrhunderte beleuchten.
Die Nekropole bietet eine nahezu kontinuierliche Bestattungsdokumentation über etwa 1.000 Jahre vom 5. Jh. v. Chr. bis ins 5. Jh. n. Chr. Der Grabungsleiter betont, dass in keiner anderen antiken Stadt der Schwarzmeerregion eine vergleichbare Nekropole gefunden wurde, was die einzigartige Bedeutung dieses Fundes für die regionale Archäologie unterstreicht.
Akropolis und Stadtmauern
Die Akropolis auf dem Hügel bewahrt:
- Aus der Ferne sichtbare Verteidigungsburgmauern.
- Fundamente öffentlicher und vermutlich religiöser Bauten.
- Beherrschende Aussicht auf Flussmündung, Hafen und offene See.
- Belege für zahlreiche Bau- und Reparaturphasen von hellenistischer bis byzantinischer Zeit.
Antiker Hafen
Der Hafen an der Flussmündung bildete die Grundlage der Handelshafenidentität von Tieion:
- Wellenbrecher aus großen Steinblöcken, um Schiffe vor den rauen Schwarzmeerwellen zu schützen.
- Kaianlagen für das Laden und Entladen von Fracht, einschließlich Holz.
- Unterwasserreste wie untergegangene Mauern und Verankerungselemente, die durch maritime archäologische Untersuchungen identifiziert wurden.
Der Hafen erleichterte den Export von Holz aus dem dicht bewaldeten Hinterland — eine in der antiken Mittelmeer- und Schwarzmeerwelt für Schiffsbau, Bauwesen und Brennstoff stark nachgefragte Handelsware.
Aquäduktsystem
Mehrere Bögen des römerzeitlichen Aquädukts stehen noch und erstrecken sich von den Quellen des Hinterlandes zur Küste. Das System versorgte die Thermen, Brunnen und Wohngebiete der Stadt mit Frischwasser. Drei oder vier Bögen nahe der Küste sind sichtbar und bilden ein fotogenes Wahrzeichen.
Römischer Tempel und Thermen
In der Unterstadt wurden die Fundamente eines römischen Tempels und mehrerer Thermenbauten identifiziert.
Byzantinische Basilika
Eine in byzantinische Zeit datierte Basilika wurde identifiziert und spiegelt die Rolle Tieions als Bistum wider.
Älteste Inschriften
Geschnittene Teile in dorischer Schrift wurden als älteste schriftliche Dokumente der türkischen Schwarzmeerküste identifiziert. Diese Inschriften führen die Schriftgeschichte der Region in die frühesten Phasen der griechischen Kolonisierung im 7.–6. Jh. v. Chr. zurück.
Archäologische Forschung
Grabungsgeschichte
- Vor 2006: Die Stätte war aus Reisendenberichten des 19. Jh. bekannt. Begrenzte Oberflächenuntersuchungen wurden durchgeführt, das Potenzial der Stätte erkannt, aber nicht ausgeschöpft.
- 2006: Unter Leitung von Prof. Dr. Sümer Atasoy begannen systematische Grabungen (später fortgesetzt von Prof. Dr. Şahin Yıldırım, Universität Bartın).
- 2006–2015: Erste große Phase konzentrierte sich auf Theater, Akropolis und erste Nekropolenbereiche. Eine umfassende Publikation des Ministeriums für Kultur und Tourismus — Eine antike Stadt in Zonguldak: Tios — Archäologische Arbeiten 2006–2012 und Gesamtbewertung — wurde veröffentlicht.
- 2015–heute: Die Grabung wurde auf die ausgedehnten Nekropolenbereiche ausgeweitet; die „Sarkophagstraße" wurde freigelegt und zog internationales Interesse auf sich. Maritime archäologische Untersuchungen dokumentierten den Unterwasserhafen. Das Team wuchs auf 44 Mitglieder und spiegelt die Größe und Bedeutung der Funde wider.
Aktuelles Team und institutionelle Unterstützung
Die Grabung wird unter Genehmigung der Generaldirektion für Kulturgüter und Museen von Prof. Dr. Şahin Yıldırım (Archäologisches Institut der Universität Bartın) geleitet. Die Provinzverwaltung Zonguldak und die Gemeinde Çaycuma unterstützen sie. Die Stätte ist auch Teil der Initiative Zonguldak Geopark, in der geologisches und archäologisches Erbe in einem integrierten Tourismus- und Bildungsrahmen vereint werden.
Fundverwaltung
Die Funde werden vor Ort bearbeitet und ins Museum Zonguldak überführt. Die Grabbeigaben aus der Nekropole bilden eine besonders wichtige Sammlung zur Untersuchung des römerzeitlichen Gesellschaftslebens, der Handelsnetze und der kulturellen Praktiken an der Schwarzmeerküste.
Wissenschaftliche Bedeutung
Die Grabungen in Tieion haben zahlreiche akademische Publikationen hervorgebracht, einschließlich Studien zur Theaterarchitektur (Şahin Yıldırıms Arbeiten auf Academia.edu), zur archaischen Kolonisierungsphase und zur römerzeitlichen Nekropole.
Besucherinformationen
Anreise
- Aus dem DACH-Raum: Direktflüge nach Istanbul von Frankfurt, München, Wien oder Zürich; weiter mit Mietwagen oder Bus.
- Mit dem eigenen Fahrzeug: Filyos liegt an der Küstenstraße D010 etwa 20 km westlich von Zonguldak. Von Istanbul ca. 370 km (auf der O4 und D655 etwa 4,5 Std.). Die Straße führt durch die schöne Schwarzmeerküstenlandschaft.
- Mit dem Bus: Regelmäßige Fernbusse nach Zonguldak und Çaycuma. Von Çaycuma fahren tagsüber Dolmuş nach Filyos.
- Mit der Bahn: Der Bahnhof Filyos liegt an der Strecke Zonguldak–Çaycuma.
Sehenswertes
- Römisches Theater — architektonischer Höhepunkt der Stätte und eines der seltenen Beispiele in der Schwarzmeerregion.
- Akropolis — Panoramablick auf Küste, Flussmündung und umliegende bewaldete Hügel.
- Nekropole — Sarkophage, Kammergräber und die außergewöhnliche „Sarkophagstraße".
- Küstenmauern und Hafenreste — der antiken Küstenlinie folgen.
- Aquäduktbögen — nahe der Küste sichtbar, fotogene Erinnerung an römische Ingenieurskunst.
- Filyos-Küste — schöner Schwarzmeerstrand neben der antiken Stadt; Archäologie und Meer in einem.
Empfohlene Aufenthaltsdauer
- Schneller Besuch (Theater und Akropolis): 1–1,5 Std.
- Umfassender Besuch (Theater, Akropolis, Nekropole, Hafen und Aquädukt): 3–4 Std.
- Mit Strand kombinieren: Zusätzliche Zeit für Baden und Erholung am Strand von Filyos einplanen.
- Ganzer Tag: Archäologie, Strand und lokale Küche.
Beste Reisezeit
- Später Frühling (Mai–Juni): angenehmes Wetter, grüne Landschaft, weniger Niederschlag. Die Hügel stehen in voller Blüte.
- Sommer (Juli–August): heiß; geeignet für Archäologie- und Strandbesuch; auch im Sommer gibt es gelegentlich Regenschauer.
- Frühherbst (September–Oktober): angenehme Temperaturen, Herbstfarben auf den bewaldeten Hügeln, gute Sicht.
- Winter: regnerisch und kühl; zugänglich, aber für längeres Erkunden im Freien weniger angenehm.
Praktische Tipps
- Festes Schuhwerk für den Aufstieg zur Akropolis und das uneben sein könnende Nekropolengelände tragen.
- Regenjacke mitbringen — an der Schwarzmeerküste sind auch im Sommer häufige Niederschläge möglich.
- Der Strand von Filyos grenzt an die Stätte; Badebekleidung für einen Kultur-Strand-Tag mitbringen.
- Lokale Restaurants in Filyos servieren ausgezeichneten frischen Schwarzmeerfisch, besonders Anchovis (Hamsi) in der Saison.
- Die Stätte ist Teil des Zonguldak Geopark; mit weiteren Geopark-Punkten zu einer umfassenden Regionalrundreise verbinden.
- Aktuelle Zugangsinformationen und saisonale Einschränkungen beim Museum Zonguldak erfragen.
- Fotografie ist auf der gesamten Stätte ausgezeichnet; Theater und Sarkophage sind besonders fotogen.
Häufig gestellte Fragen
Warum wurde Tieion an dieser Stelle gegründet?
Die Flussmündung bot einen natürlichen Hafen, Süßwasser und Zugang zum holzreichen Billaios-Tal. Milesische Kolonisten benötigten einen Küstenhandelsposten, der Holz und andere Rohstoffe in die weite griechische Welt exportieren und als Tor zu den anatolischen Binnenregionen dienen konnte.
Was ist die „Sarkophagstraße"?
Eine 500 Meter lange Straße innerhalb der Nekropole, beidseitig mit monumentalen Steinsarkophagen gesäumt. Wohlhabende Bürger wurden in großen Steinsärgen entlang der Hauptbestattungsstraße bestattet und schufen so eine für alle Vorbeigehenden sichtbare Bestattungslandschaft. An keiner anderen archäologischen Stätte am Schwarzen Meer gibt es ein vergleichbares Merkmal.
Wie alt sind die hier gefundenen Inschriften?
Inschriften in dorischer Schrift und Architekturteile datieren in die archaische Zeit (7.–6. Jh. v. Chr.) und gelten als älteste schriftliche Dokumente der türkischen Schwarzmeerküste.
Kann man am Strand neben der antiken Stadt baden?
Ja. Die Küste von Filyos hat einen sandigen Schwarzmeerstrand direkt neben der archäologischen Stätte. Im Sommer ein beliebtes Ziel für Einheimische und Besucher.
Was exportierten die Einwohner von Tieion?
Hauptexportgut war Holz aus dem dicht bewaldeten Billaios-Tal. Holz war in der antiken Mittelmeerregion eine ständig nachgefragte Handelsware für Schiffsbau, Bauwesen und Brennstoff. Die Stadt exportierte außerdem Agrarprodukte, darunter Wein, wie die Trauben-Ikonografie der Münzen belegt.
Welche Münzen prägte Tieion?
Tieion prägte eigene Bronzemünzen mit Dionysos-Kopf (Weingott) und Weintraube; sie spiegeln die Bedeutung des Weinbaus und der Weinproduktion in der lokalen Wirtschaft wider.
Ist der Unterwasserhafen für Taucher zugänglich?
Die Unterwasser-Hafenreste wurden von Meeresarchäologen dokumentiert, doch derzeit ist Freizeittauchen nicht organisiert.
Wie hängt Tieion mit dem Zonguldak Geopark zusammen?
Tieion ist eine der Kulturerbekomponenten des Zonguldak Geopark, der das geologische, bergbauliche und archäologische Erbe der Region in einem integrierten Tourismusrahmen vereint.
Schwarzmeer-Koloniekontext
Tieion ist eine der Dutzenden Kolonien, die Milet im 7. und 6. Jh. v. Chr. entlang der Südküste des Schwarzen Meeres (Pontos Euxeinos) gründete. Diese systematische Kolonisierungsbewegung Milets bildet eine der umfangreichsten Stadtgründungsinitiativen der antiken Welt. Antiken Quellen zufolge gründete Milet zwischen 75 und 90 Kolonien, von denen sich der Großteil um das Schwarze Meer befindet.
Die Motivation Milets zur Schwarzmeerkolonisierung war vielschichtig: kommerzielle Möglichkeiten (besonders Getreide, Holz, Metall und Fisch), Bevölkerungsdruck und die Suche nach strategischen Standorten. Speziell für Tieion war der Holzhandel der wichtigste wirtschaftliche Antrieb. Die dichten Wälder des Billaios-(Filyos-)Tals lieferten Baumaterial und Schiffsholz, die in der Mittelmeerregion ständig nachgefragt waren.
Zu den weiteren bedeutenden milesischen Schwarzmeerkolonien zählen Sinope (die wichtigste), Amisos (heute Samsun), Trapezous (heute Trabzon) und Herakleia Pontike (heute Karadeniz Ereğli). Zusammen bildeten diese Kolonien eine Kette griechischer Stadtsiedlungen, die das Schwarze Meer aus einer entlegenen Grenzregion in einen integralen Bestandteil der mediterranen Wirtschafts- und Kulturwelt verwandelten.
Maritime Handelsnetze
Tieion war Teil maritimer Handelsnetze, die die Schwarzmeerküste mit der Ägäis, dem östlichen Mittelmeer und schließlich der gesamten antiken Handelswelt verbanden. Schiffe, die Holz aus Tieion transportierten, liefen Häfen am Schwarzen Meer und in der Ägäis an und kehrten mit gefertigten Waren, Olivenöl, Wein und Luxusgütern zurück. Die in Tieion geprägten Münzen — mit Dionysos-Kopf und Weintraube — lassen vermuten, dass die Stadt neben dem Holzhandel auch Wein für den Export produzierte.
Die durch die Unterwasserarchäologie freigelegte Hafeninfrastruktur bestätigt das Ausmaß dieser maritimen Aktivität: Wellenbrecher, Kaianlagen und Verankerungen wurden nicht nur für lokale Fischerboote, sondern auch für bedeutenden Handelsverkehr gebaut.
Filyos Çayı und antikes Billaios
Der Filyos Çayı, in der Antike als Billaios bekannt, war das Gewässer, das die Grundlage der Existenz von Tieion bildete. Der Fluss diente als natürlicher Verkehrskorridor für den Transport von Holz aus den Binnenwäldern zur Küste. Der bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt entscheidende Billaios bewässerte zugleich fruchtbare alluviale Ebenen und stützte so die landwirtschaftliche Produktion. Strabon erwähnte besonders die Bedeutung des Billaios im Holzhandel. Die Flussmündung bildete einen natürlichen Hafen, der in römischer Zeit mit künstlichen Wellenbrechern und Kaianlagen ausgebaut wurde.
Erbe und aktuelle Bedeutung
Die antike Stadt Tieion liegt heute teilweise unter dem Dorf Filyos (Hisarönü) in der Provinz Zonguldak. Die vom Archäologischen Institut der Universität Bartın geleiteten Grabungen offenbaren weiterhin neue Seiten dieser wenig bekannten Schwarzmeerstadt. Die 2024 zusammen mit der „Sarkophagstraße" entdeckte monumentale Bestattungsanlage hat erneut internationales Interesse auf die Stätte gelenkt. Als Teil der Zonguldak-Geopark-Initiative wird Tieion in einen breiteren kulturellen und geologischen Tourismusrahmen integriert, der das reiche Erbe der Region zusammen mit der Naturlandschaft präsentiert.
Die Stadt ist ein Modellprojekt für die Bewahrung und touristische Nutzung antiker Hafenstädte an der Schwarzmeerküste. In den kommenden Saisons werden weitere Funde im Theater- und Agorabereich erwartet. Die Position Tieions im Zonguldak-Geopark-Netz zeigt, dass archäologisches und geologisches Erbe integriert präsentiert werden können.
Architektonische Maße und numerische Daten
Eine numerische Übersicht der städtischen Infrastruktur und archäologischen Funde von Tieion findet sich in der folgenden Tabelle:
| Bauwerk / Element | Maß / Wert | Quelle / Anmerkung |
|---|---|---|
| Gesamtstadtfläche | ca. 60 Hektar | Grabungsberichte, Yıldırım |
| Kapazität des römischen Theaters | ca. 5.000 Zuschauer | Cavea-Vermessungsbasis |
| Länge der Nekropole („Sarkophagstraße") | 500 Meter | Grabungssaison 2024 |
| Anzahl der gefundenen Sarkophage | 96 | Bekanntgabe durch Prof. Dr. Şahin Yıldırım |
| Anzahl der Kammergräber | 23 | Grabungsberichte |
| Anzahl der Kistengräber | 7 | Grabungsberichte |
| Anzahl der Ziegelgräber | 60 | Grabungsberichte |
| Anzahl der Grabbeigaben | über 1.300 | Inventarverzeichnis Museum Zonguldak |
| Datierungszeitraum der Nekropole | 5. Jh. v. Chr. – 5. Jh. n. Chr. | Keramik- und Münzdatierung |
| Größe des Grabungsteams (aktuell) | 44 Mitglieder | Grabungssaison 2024 |
| Länge des Billaios (Filyos Çayı) | ca. 228 km | Hydrologische Daten |
Münzfunde und numismatische Belege
Die Prägeaktivitäten in Tieion liefern wichtige Belege für Wirtschaft und Kultur der Stadt. Im Lauf der Antike wurden Münzen verschiedener Epochen und Verwaltungen geprägt:
Hellenistische Münzen
| Periode | Avers | Revers | Durchmesser / Gewicht |
|---|---|---|---|
| 3.–2. Jh. v. Chr. | jugendlicher Dionysoskopf | Weintraube, Aufschrift ΤΙΑΝΗΝ | AE 17–18 mm / 6,36–6,56 g |
| 3.–2. Jh. v. Chr. | Zeuskopf | Adlerfigur | AE 15–17 mm |
| 2. Jh. v. Chr. | Hera(?)-Büsten-Porträt | Weintraube | AE 16 mm |
Die intensive Verwendung von Dionysoskopf und Weintraubenmotiv auf hellenistischen Münzen reflektiert direkt die wirtschaftliche Bedeutung von Weinbau und Weinproduktion in der Region. Dass der Dionysos-Kult in Tieion besonders stark war, wird durch die Erwähnung eines Dionysos-Tempels in antiken Quellen unterstützt.
Römische Provinzmünzen
| Periode | Avers | Revers | Durchmesser / Gewicht |
|---|---|---|---|
| 193–250 n. Chr. (semi-autonom) | Tios-Büste (Diadem und Drapierung) | Poseidon auf Schiffsbug stehend, Delfin und Dreizack haltend | AE 23 mm / 7,80 g |
| 2.–3. Jh. n. Chr. | Kaiserporträt | Flussgott Billaios | AE 20–22 mm |
| 2.–3. Jh. n. Chr. | Kaiserporträt | Schiffsbug | AE 18–20 mm |
Die Verwendung der Büste des legendären Gründers Tios auf den semi-autonomen Münzen zeigt das Bekenntnis der Stadt zu ihrer Kolonialidentität und ihrem Gründererbe. Die Poseidon-Figur und die maritimen Symbole (Schiffsbug, Delfin, Dreizack) verkörpern die Abhängigkeit Tieions als Hafenstadt vom Meer.
Münzhortfund aus der Tetrarchie
In dem 2023 von Archaeopress veröffentlichten Werk Tios/Tieion on the Southern Black Sea in the Broader Context of Pontic Archaeology ist ein in Tios gefundener Münzhortfund aus der Tetrarchie (284–324 n. Chr.) dokumentiert. Dieser Hortfund zeigt, dass Tieion auch in der Zeit der Verwaltungsneuordnung des Römischen Reiches noch ein aktives wirtschaftliches Zentrum war.
Grabungschronologie und wichtige Funde
Die archäologischen Arbeiten in Tieion folgen einer systematischen Chronologie:
| Jahr | Ereignis / Fund | Verantwortliche |
|---|---|---|
| 19. Jh. | Erste Reisendenberichte und Stättenidentifikation | Verschiedene europäische Reisende |
| 2006 | Beginn systematischer Grabungen | Prof. Dr. Sümer Atasoy |
| 2006–2012 | Grabungen an Theater, Akropolis und erster Nekropole | Atasoy / Yıldırım |
| 2012 | Veröffentlichung Eine antike Stadt in Zonguldak: Tios | Ministerium für Kultur und Tourismus |
| 2015–2023 | Großflächige Nekropolengrabungen, Unterwasseruntersuchungen | Prof. Dr. Şahin Yıldırım |
| 2020 | Archaeopress-Konferenz (Covid-bedingt abgesagt) | Tsetskhladze & Yıldırım |
| 2023 | Archaeopress-Publikation (21 Artikel) | Tsetskhladze & Yıldırım (Hrsg.) |
| 2024 | Internationale Bekanntgabe der „Sarkophagstraße" | Yıldırım-Team |
Archaeopress-Publikation 2023
Das Werk Tios/Tieion on the Southern Black Sea in the Broader Context of Pontic Archaeology (Oxford: Archaeopress, 2023; ISBN 9781803276205) ist die umfassendste internationale Publikation der Tieion-Forschungen. Herausgegeben von Gocha R. Tsetskhladze und Şahin Yıldırım umfasst es 21 Artikel. Behandelte Themen:
- Grabungen an der Akropolis und Unterstadt von Tios
- Münzfunde und tetrarchischer Hortfund
- Vergleichende Studien zu Schwarzmeer-Koloniestädten
- Numismatische und epigrafische Parallelen mit dem römerzeitlichen Herakleia Pontike
Der Werdegang des Buches ist auch von einem tragischen Ereignis geprägt: Mitherausgeber Gocha R. Tsetskhladze verstarb kurz nach der Covid-bedingten Absage der für 2020 geplanten Konferenz. Das Werk ist seinem Andenken gewidmet.
Handelsnetze und wirtschaftliche Daten
Die Position Tieions im Schwarzmeer-Handelsnetz wird durch verschiedene archäologische Belege gestützt:
| Handelsware | Quelle / Richtung | Archäologischer Beleg |
|---|---|---|
| Holz | Billaios-Tal → Ägäis, östliches Mittelmeer | Strabons Bericht, Hafeninfrastruktur |
| Wein | Lokale Produktion → Schwarzmeerhäfen | Dionysos/Weintraubenmotive auf Münzen |
| Keramik | Ägäis und östliches Mittelmeer → Tieion | Importkeramik in Nekropolenfunden |
| Glasgefäße | Römische Produktionszentren → Tieion | Glasobjekte unter den Grabbeigaben |
| Schmuck | Verschiedene römische Provinzen → Tieion | Gold- und Bronzeschmuck der Nekropole |
| Fisch | Lokale Schwarzmeergewässer → Export | Bekannte Fischproduktion der Region |
Strabons besondere Erwähnung der Bedeutung des Billaios im Holzhandel in seinem Werk Geografie (Buch XII) ist der direkteste Beleg in antiken Quellen dafür, dass der Fluss nicht nur ein Wasserweg, sondern ein aktiver Transportkorridor war. Der Fluss machte es möglich, Holz aus den Binnenwäldern auf Flößen und Booten zur Küste zu bringen.
Quellen und weiterführende Literatur
- Wikipedia DE: „Tios"
- UNESCO whc.unesco.org/de/
- Kulturministerium der Republik Türkei
- Deutsches Archäologisches Institut (DAI): dainst.org
- Österreichisches Archäologisches Institut (ÖAI): oeai.at
- Tieion / Tios / Tion — Archäologisches Institut der Universität Bartın
- Tios — Tieion Antik Kenti — Visit Zonguldak
- Tios Antik Kenti — Zonguldak Geopark
- Anadolu Agency, „Älteste Inschriften der Nordtürkei freigelegt"
- Archaeology Magazine, „Wichtige römische Nekropole in der antiken Stadt Tios freigelegt"
- Heritage Daily, „Sarkophagstraße in antiker Nekropole gefunden"
- Daily Sabah, „Verborgene römische Nekropole von Tios in der Nordtürkei aufgedeckt"
- Princeton Encyclopedia of Classical Sites — „Tios"
- Hürriyet Daily News, „Antikes Tieion in der Schwarzmeerregion"
- Şahin Yıldırım — Theater von Tios, Academia.edu
- Ancient Origins, „Tios-Nekropole"
- Archaic Tieion, Academia.edu
- Strabon, Geografie, Buch XII — Beschreibung des Billaios und Tieion
- Marek, C. — Pontus et Bithynia: Die römischen Provinzen im Norden Kleinasiens (2003)
- Erciyas, D.B. — Wealth, Aristocracy and Royal Propaganda under the Hellenistic Kingdom of the Mithradatids (2006)