Smyrna Agora – Foto der antiken Stadt

Smyrna Agora

Das römische Herz des modernen Izmir

22 Min. LesezeitKonak, Izmir

Die Agora von Smyrna, allgemein als Agora von Izmir bekannt, sind die durch Ausgrabungen freigelegten Überreste der Staatsagora der antiken Stadt Smyrna, gelegen im Stadtbezirk Konak am Nordhang des Pagos-Hügels (Kadifekale). Im späten 4. Jahrhundert v. Chr. nach der Neugründung Smyrnas durch die Diadochen Alexanders des Großen errichtet, wurde der Komplex beim verheerenden Erdbeben des Jahres 178 n. Chr. schwer beschädigt und unter der persönlichen Förderung Kaiser Marc Aurels in prachtvoller Form wiederaufgebaut. Allein die Basilika gehört mit Maßen von 161,4 x 29,3 Metern zu den größten Bauwerken ihrer Art, die in der kaiserzeitlichen Provinz Asia errichtet wurden. Das Areal birgt eine der reichsten Sammlungen antiker Graffiti aus römischer Zeit — darunter 21 Schiffsdarstellungen, Gladiatorenszenen und das von Ausgräbern als „erstes Kreuzworträtsel der Welt" bezeichnete Stück. Seit 2020 steht das Ensemble unter dem Titel „Historische Hafenstadt Izmir" auf der UNESCO-Welterbe-Vorschlagsliste.

  1. Warum die Agora von Smyrna bedeutsam ist
  2. Geografische Lage und Umgebung
  3. Historischer Werdegang
  4. Bedeutende Bauwerke und Funde
  5. Archäologische Forschungen
  6. Besucherinformationen
  7. Häufig gestellte Fragen
  8. Quellen und weiterführende Literatur

Warum die Agora von Smyrna bedeutsam ist

  1. Lebendige Archäologie in einer lebendigen Stadt. Die Agora von Izmir gehört zu den seltenen antiken Stadtzentren, die im Gefüge einer wachsenden modernen Metropole erlebbar bleiben. Eingebettet in den historischen Basar Kemeralti und mit Blickkontakt zur Festung Kadifekale liegt der Tempelbezirk an einem Schnittpunkt von 2.400 Jahren ununterbrochener Stadtkultur. In wenigen Minuten gelangt man von einem 2.000 Jahre alten römischen Marktplatz zu einem 400 Jahre alten osmanischen Handelsviertel.

  2. Wiederaufbau durch Marc Aurel. Nach dem verheerenden Erdbeben von 178 n. Chr. finanzierte der Philosophenkaiser den Wiederaufbau persönlich. Die heute sichtbaren Strukturen repräsentieren überwiegend diese kaiserzeitliche Erneuerung; die Anlage ist somit ein Denkmal kaiserlicher Patronage und der Resilienz des antiken Smyrna. Die Bürger errichteten zur Erinnerung an die Kaiserin am Eingang das Faustina-Tor.

  3. Außergewöhnliche Graffitisammlung. An den verputzten Wänden der unterirdischen Gänge der Basilika sind Hunderte griechischer Graffiti erhalten: Namensinschriften, Liebesbekundungen, 21 detaillierte Schiffszeichnungen mediterraner Handelsschiffe, namentlich beschriftete Gladiatorendarstellungen in Kampfszenen, Spielbretter, Rätsel und das von Ausgräbern als ältestes bekanntes Kreuzworträtsel beschriebene Stück. Damit verfügt Smyrna über eines der umfangreichsten und vielfältigsten informellen Schriftarchive der römischen Welt — vergleichbar mit Pompeji, aber mit einem ostmediterranen Charakter.

  4. UNESCO-Vorschlagsliste. Seit 2020 ist die Agora als Bestandteil des Vorschlags „Historische Hafenstadt Izmir" auf der UNESCO-Welterbe-Vorschlagsliste verzeichnet — eine Anerkennung der Schichtungen der städtischen Geschichte Izmirs von der Antike über die osmanische Zeit bis in die Gegenwart.

  5. Monumentale Basilika-Architektur. Mit ungefähr 161,4 x 29,3 Metern zählte die Nordstoa (Basilika) zu den größten römischen Basiliken überhaupt. Mit ihrem viergaligen Kryptoportikus-Untergeschoss und dem dreischiffigen Erdgeschoss demonstriert sie römische Ingenieurskunst und Stadtplanung in Hochform.

  6. Erste Ausgrabungen der Republik. Die Forschungen begannen 1932/33 und gehören damit zu den ersten archäologischen Kampagnen der jungen Türkischen Republik — ein Ort, der half, die Beziehung der neuen Nation zu ihrem antiken Erbe zu definieren.

Geografische Lage und Umgebung

Die Agora von Smyrna erstreckt sich am Nordhang des Pagos-Hügels (heute Kadifekale, 186 m) im Stadtviertel Namazgah des Bezirks Konak — zwischen der südlich gelegenen Burg auf der Bergkuppe und dem nördlich anschließenden historischen Basar Kemeralti. Das Areal nimmt ein leicht abfallendes, rechteckiges Gebiet im dichten urbanen Kern der drittgrößten Stadt der Türkei ein.

Die Lage spiegelt die bewusste Stadtplanung des hellenistischen Smyrna wider. Als die Stadt im späten 4. Jahrhundert v. Chr. nach dem Hippodamischen Schema neu gegründet wurde, platzierten die Planer die Agora zwischen Akropolis (Militärgarnison und Tempelbezirk) und Hafen (Handelszentrum). Diese zentrale Position verlieh ihr die Rolle eines bürgerlichen, juristischen und administrativen Knotens zwischen Ober- und Unterstadt.

Heute ist die Anlage von Wohn- und Geschäftshäusern umgeben, durch die sich die Grabungsflächen wie Fenster ins moderne Straßengefüge öffnen. Die unmittelbare Nähe zum aus dem 17. Jahrhundert stammenden Kemeralti — einem der größten und ältesten überdachten Basare der Türkei — schafft eine bemerkenswerte Kontinuität von über zwei Jahrtausenden ununterbrochener Handelsgeschichte.

Der Pagos-Hügel erhebt sich direkt südlich hinter der Agora. Von der Burg aus überblicken Besucher den gesamten Plan des Areals — Kadifekale ist daher ein idealer Ausgangspunkt, um den topografischen Kontext zu verstehen.

Koordinaten: etwa 38,42° N, 27,14° O

Höhenlage: ca. 30–50 Meter über dem Meeresspiegel am Hang des Pagos.

Klima: mediterran; heiße, trockene Sommer mit Spitzentemperaturen über 35 °C im Juli und August, milde regenreiche Winter. Im Sommer empfehlen sich Vormittagsbesuche.

Historischer Werdegang

Hellenistische Neugründung (spätes 4. Jh. v. Chr.)

Nach Aufgabe der älteren Siedlung (Bayrakli/Alt-Smyrna, ca. 3 km nordöstlich) wurde die neue Stadt im späten 4. Jahrhundert v. Chr. — der Tradition zufolge unter Lysimachos, einem General Alexanders — auf dem Pagos-Hügel gegründet. Nach dem Hippodamischen Plan entstand die Agora als großes rechteckiges Freigelände, umgeben von Säulenhallen (Stoen) mit Läden und Büros. Diese hellenistische Marktanlage diente als politisches, juristisches und kommerzielles Zentrum des neu erstandenen Smyrna.

Römisches Smyrna: die „Erste Stadt Asias"

Unter römischer Herrschaft entwickelte sich Smyrna zu einer der wichtigsten Städte der Provinz Asia. Mit Ephesos und Pergamon konkurrierte es um den Titel „Erste Stadt Asias". Die Agora behielt ihre zivilen Funktionen — Gerichtshöfe, Verwaltungsbüros, öffentlicher Handel. Die Stadt wurde für ihre Schönheit, ihren Wohlstand und ihr intellektuelles Leben gerühmt, insbesondere als bedeutendes Zentrum der Zweiten Sophistik.

Das Erdbeben von 178 n. Chr. und der kaiserliche Wiederaufbau

Im Jahr 178 n. Chr. (manche Quellen nennen 177) erschütterte ein verheerendes Erdbeben Westanatolien und beschädigte Smyrna samt Agora schwer. Der berühmte Rhetor Aelius Aristides — eine Schlüsselfigur der Zweiten Sophistik — lebte zu jener Zeit in Smyrna und richtete laut Überlieferung eine bewegende Bittschrift an Kaiser Marc Aurel und Kaiserin Faustina. Antike Quellen berichten, dass der Kaiser beim Lesen des Briefes geweint habe.

Daraufhin ordnete Marc Aurel den umfassenden Wiederaufbau der Agora an und finanzierte ihn. Die Smyrnäer ehrten diese Großzügigkeit, indem sie das Faustina-Tor mit dem Porträtrelief der Kaiserin am Hauptzugang errichteten.

Der überwiegende Teil der heute sichtbaren archäologischen Substanz gehört zu diesem Wiederaufbau nach 178. Die erneuerte Agora übertraf mit ihrer kolossalen Nordstoa (Basilika über Kryptoportikus), der Weststoa und dem mehreren tausend Quadratmeter großen Innenhof noch ihren ursprünglichen Bau.

Leben in der wiederaufgebauten Agora (2.–4. Jh. n. Chr.)

Die erneuerte Agora war Teil des täglichen Lebens. Die Basilika erfüllte juristische wie kommerzielle Aufgaben. In genau diesen Jahren entstanden die Graffiti an den Wänden der Untergeschosse — Seefahrer zeichneten ihre Schiffe, Bewunderer porträtierten Gladiatoren, Liebende ritzten Namen ein, Wachleute legten Spielbretter an, Gebildete notierten griechische Rätsel und Wortspiele.

Spätantike und byzantinische Phase (3.–15. Jh.)

Die Agora blieb in der Spätantike in Gebrauch, doch ihre Funktionen wandelten sich. Manche Bereiche dienten gewerblichen und handwerklichen Tätigkeiten. In byzantinischer Zeit entstanden im Hof verschiedene Bauten, darunter osmanische Strukturen und ein Friedhof — Zeugnisse einer Transformation über Kulturen und Jahrhunderte hinweg.

Osmanische Phase

Das Areal wurde Teil des osmanischen Stadtgefüges; Wohngebäude breiteten sich nach und nach über die antiken Strukturen aus. Die Ruinen wurden unter Schutt und Bebauung teilweise verschüttet — paradoxerweise bewahrte dies die unterirdischen Bauten jahrhundertelang vor Wettereinwirkung und Plünderung.

Moderne Ausgrabung und Erschließung (1932–heute)

Die Grabungen begannen 1932/33 und zählen zu den ersten archäologischen Kampagnen der Türkischen Republik. Die Anlage wurde schrittweise freigelegt, restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht — heute ist sie eine der bedeutendsten Kulturattraktionen Izmirs.

Bedeutende Bauwerke und Funde

Nordstoa (Zivilbasilika)

Die Basilika ist das eindrucksvollste Bauwerk der Agora. Mit Maßen von etwa 161,4 x 29,3 Metern wurde dieser Rechtbau nach dem Erdbeben von 178 errichtet und diente als Zivilbasilika sowohl juristischen als auch kommerziellen Zwecken.

Die Struktur umfasst:

  • ein viergaliges Kryptoportikus-Untergeschoss zur Hangterrassierung
  • drei Schiffe im Erdgeschoss, das mittlere höher als die Seitenschiffe
  • eine obere Säulenhalle mit Marmorsäulen und Bogenöffnungen
  • ein Zwischengeschoss zwischen Erdgeschoss und Kryptoportikus

In diesen Dimensionen gehört sie zu den größten Basiliken Kleinasiens.

Antike Graffitisammlung

Die berühmten antiken Graffiti wurden in genau diesen unterirdischen Gängen entdeckt — eingeritzt oder aufgemalt auf verputzte Wände und Pfeiler. Ein 2003 unter Beteiligung von Roger Bagnall (Institute for the Study of the Ancient World, NYU) begonnenes Dokumentationsprojekt mündete in die Monografie Graffiti from the Basilica in the Agora of Smyrna.

Zu den Graffiti zählen:

  • Namen und Sprüche — Liebende, Freunde und Besucher hinterließen Spuren ihrer Anwesenheit
  • 21 Schiffszeichnungen — teils sehr detailliert, dokumentieren sie mediterrane Handelsschiffe des 2.–4. Jahrhunderts. Manche sind bemalt, andere geritzt. Sie liefern unschätzbare Belege für antike Schiffstypen und bestätigen die Bedeutung Smyrnas als Hafenstadt.
  • Gladiatorendarstellungen — namentlich gekennzeichnete Kämpfer in Kampfszenen, die die Popularität der Spiele widerspiegeln
  • Spielbretter — an Wänden und Böden eingeritzte Brettspiele
  • Rätsel und Wortspiele — griechische intellektuelle Unterhaltung; darunter das oft als ältestes bekanntes Kreuzworträtsel beschriebene Stück
  • Obszöne Darstellungen und sexuelle Anspielungen — ungefilterte Schlaglichter auf den Alltag
  • Vogel- und Tierzeichnungen — alltägliche künstlerische Ausdrucksformen
  • Politische Anspielungen — Kommentare zur lokalen Politik

Diese Sammlung bildet eines der reichsten Archive informeller Schrift und Bildlichkeit der römischen Kaiserzeit außerhalb Pompejis — mit einem ausgeprägt ostmediterranen, griechischsprachigen Charakter.

Weststoa und Kryptoportikus

Die Weststoa verläuft entlang der westlichen Begrenzung des Innenhofs. Ihr markantestes Merkmal ist der unterirdische tonnengewölbte Durchgang — der Kryptoportikus —, dessen drei Bogengalerien die obere Säulenfläche tragen. Das Gehen durch diese Anlage, die das Geländegefälle ausgleicht und zusätzlichen überdachten Geschäfts- oder Lagerraum bot, vermittelt eindrücklich Maßstab und Ingenieurskunst der römischen Stadtarchitektur.

Bouleuterion (Ratsversammlung)

Das westlich des Hauptplatzes gelegene Bouleuterion beherbergte die Versammlung des gewählten Stadtrats. Die Grabungen zeigen, dass das Bouleuterion beim Wiederaufbau nach 178 weiter nördlich verlegt wurde — ein Beleg für die bewusste Neuordnung des bürgerlichen Raums nach der Katastrophe.

Mosaiksaal

Der neben dem Bouleuterion freigelegte Mosaiksaal verfügt über mehrfarbige geometrische Mosaike, die die dekorative Qualität der öffentlichen Räume veranschaulichen. Die Mosaiken spiegeln den Wohlstand und die ästhetischen Standards des römischen Smyrna wider.

Faustina-Tor

Das zeremonielle Eingangstor — das Faustina-Tor — ist nach Faustina der Jüngeren, Marc Aurels Gemahlin, benannt. Im Zentrum des nördlichen Bogens befindet sich das Porträtrelief der Kaiserin. Trotz erheblicher Schäden machen archäologische Substanz und historische Bedeutung das Tor zu einem zentralen Bezugspunkt der Anlage.

Römische Therme

Innerhalb des Areals wurden Reste eines römischen Badekomplexes mit Hypokaustböden (Fußbodenheizung) und Wasserkanälen identifiziert — ein Hinweis auf die Integration von Bädern ins zivile Zentrum.

Osmanische Strukturen

Im Hof wurden ein osmanisches Gebäude und ein zugehöriger Friedhof ausgegraben — sichtbare Belege für die ununterbrochene kulturelle Schichtung von der Antike bis in die islamische Zeit.

Skulptur und plastische Funde

Die Grabungen brachten Marmorskulpturenfragmente ans Licht, darunter Porträtbüsten und Weihinschriften, die das zivile Leben und die Stiftungsnetzwerke des römischen Smyrna beleuchten. Diese Funde sind im Archäologischen Museum Izmir ausgestellt.

Archäologische Forschungen

Die Agora von Izmir gehört zu den frühesten archäologischen Grabungen der modernen Türkischen Republik. Die Arbeiten begannen 1932/33 unter Leitung von Selahattin Kantar, Direktor der Museen Izmir und Ephesos, in Zusammenarbeit mit dem deutschen Archäologen Rudolf Naumann. Die bis 1941 fortgeführten Kampagnen legten bedeutende Teile von Basilika, Weststoa und Kryptoportikus frei.

Nach einer längeren Pause nahm die Forschung in den 1990er Jahren wieder Fahrt auf und gewann 2007 mit den systematischen Kampagnen von Doz. Dr. Akin Ersoy (Universität Izmir Katip Çelebi) und seinem Team starken Schwung — bis heute.

Die jüngsten Kampagnen konzentrierten sich auf:

  • Ausweitung der Grabungsfläche zur Freilegung bislang verschütteter Bereiche des Innenhofs
  • Restaurierung und Konservierung der Kryptoportikus-Bögen und Basilikamauern
  • Dokumentation der Graffiti mittels digitaler Fotografie, 3D-Scans und epigraphischer Analyse — gipfelnd in der ISAW-Monografie
  • Entdeckung von Bouleuterion und Mosaiksaal, die der zivilen Funktion der Agora neue Facetten verleihen
  • Schaffung eines archäologischen Parks im Freien durch die Großstadt Izmir, der Forschung mit moderner Stadt verbindet und sowohl Touristen als auch Anwohnern offensteht
  • Entdeckung der 21 Schiffsgraffiti, die die Seefahrtsgeschichte Smyrnas neu beleuchten

2020 wurde die Agora als Teil der „Historischen Hafenstadt Izmir" auf die UNESCO-Welterbe-Vorschlagsliste gesetzt.

Funde sind im Archäologischen Museum Izmir und in den Schaubereichen vor Ort zu sehen. Die wegweisende Publikation von Roger S. Bagnall, Roberta Casagrande-Kim, Akin Ersoy, Cumhur Tanriver und Burak Yolacan, Graffiti from the Basilica in the Agora of Smyrna (ISAW Monographs, NYU, 2016), bietet eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung des Graffitibestandes.

Besucherinformationen

Anreise

Die Agora liegt im Stadtteil Namazgah des zentralen Bezirks Konak. Sie ist zu Fuß von mehreren Punkten aus erreichbar:

  • vom Konak-Platz: ca. 15 Minuten Fußweg bergauf durch Kemeralti
  • von Kadifekale: ca. 10 Minuten bergab
  • Metro Izmir: Station Çankaya (10 Minuten Fußweg)
  • Bus/Tram: zahlreiche Linien bedienen Konak
  • Taxi: vom Stadtzentrum aus leicht erreichbar
  • Direktflüge aus dem DACH-Raum: Verbindungen aus Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Wien und Zürich bringen Reisende direkt zum Flughafen Izmir Adnan Menderes (ca. 25 Minuten vom Zentrum)

Beste Besuchszeit

Die Agora ist ganzjährig geöffnet. Frühling (März–Mai) und Herbst (September–November) bieten das angenehmste Klima. Sommer können sehr heiß sein (Izmir überschreitet im Juli und August regelmäßig 35 °C). Im Sommer empfehlen sich Vormittagsbesuche wegen kühlerer Temperaturen und besseren Fotolichts.

Dauer

Für das Areal selbst planen Sie 1–2 Stunden ein. In Kombination mit Kadifekale (oberhalb) und Kemeralti (unterhalb) ergibt sich eine halbtägige Tour durch alle drei Stationen — eine der schönsten Spaziergänge Izmirs.

Was Sie mitbringen sollten

  • bequeme Wanderschuhe (Pflasterwege und unebene Flächen)
  • Wasser (besonders im Sommer)
  • Kamera (die unterirdischen Gänge bieten dramatische Fotomotive)
  • Taschenlampe oder Handylicht (zum Erkennen der Graffiti in den dunklen Korridoren)
  • Reiseführer oder vorab heruntergeladene Informationen zu den Graffiti (hilft bei der Identifizierung einzelner Zeichnungen)

Empfohlene Route

  1. Beginnen Sie für die Panoramasicht auf Kadifekale
  2. Steigen Sie zur Agora hinab durch den oberen (südlichen) Eingang
  3. Gehen Sie durch die Untergeschosskorridore der Basilika — suchen Sie aufmerksam nach Graffiti, einschließlich Schiffszeichnungen und Gladiatoren
  4. Erkunden Sie die Kryptoportikus-Galerien der Weststoa — beachten Sie die vier Galerien und die Tonnengewölbe
  5. Durchqueren Sie den offenen Hof und den Bouleuterion-Bereich
  6. Besichtigen Sie den Mosaiksaal neben dem Bouleuterion
  7. Suchen Sie am Nordeingang die Reste des Faustina-Tors
  8. Verlassen Sie das Areal nach Norden und gehen Sie weiter ins Kemeralti — vom antiken Handelsplatz zum osmanischen Basar in nahtlosem Übergang

Sehenswertes in der Nähe

  • Kadifekale (Pagos) — hellenistisch-osmanische Burg, Panoramablick (direkt oberhalb)
  • Basar Kemeralti — historischer osmanischer Markt aus dem 17. Jahrhundert, Gastronomie, Einkaufen (direkt unterhalb)
  • Archäologisches Museum Izmir — Funde der Agora und regionale Sammlungen
  • Konak-Platz und Uhrturm — ikonisches Wahrzeichen am Hafen
  • Kordon — Strandpromenade und Gastronomie
  • Alt-Smyrna-Agora (Bayrakli) — archaische Siedlung, 3 km nordöstlich
  • Ephesos (Selçuk) — meistbesuchte antike Stadt der Türkei, 80 km südlich

Eintritt und Tickets

Für die Agora wird ein Museumseintritt erhoben (aktuelle Preise auf der Website Turkish Museums oder vor Ort). Die Türkei-Museumskarte oder die Izmir-Museumskarte ermöglichen den Eintritt. Täglich geöffnet; Öffnungszeiten saisonal (typisch Winter 08:30–17:30, Sommer bis 19:00).

Barrierefreiheit

Die oberen Bereiche sind relativ flach und zugänglich. Die unterirdischen Kryptoportikus-Korridore mit ihren Treppen können für mobilitätseingeschränkte Besucher herausfordernd sein. Einige Bereiche wurden für besseren Zugang angepasst; der offene Hof ist meist barrierefrei nutzbar.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Agora?

Die Agora war das zentrale öffentliche Versammlungsareal einer griechischen oder römischen Stadt — das Pendant zum römischen Forum. Sie diente als Marktplatz, politischer Versammlungsort, Gericht und allgemeines Bürgerzentrum. Die Agora von Smyrna ist eine Staatsagora (im Unterschied zur Handelsagora) und wurde vor allem für juristische, administrative und politische Funktionen genutzt — Handel fand jedoch ebenfalls statt.

Warum baute Marc Aurel die Agora wieder auf?

Nach dem Erdbeben von 178 n. Chr. soll der berühmte Rhetor Aelius Aristides, der in Smyrna lebte, eine bewegende Bittschrift verfasst haben. Antike Quellen überliefern, Marc Aurel habe beim Lesen geweint. Der Philosophenkaiser, der Smyrna persönlich besucht hatte, ordnete den umfassenden Wiederaufbau an und finanzierte ihn. Die Bürger benannten das Haupttor zum Dank nach der Kaiserin Faustina.

Was ist das Besondere an den Graffiti?

Die Graffiti im Untergeschoss der Basilika bilden eine der größten Sammlungen informeller römischer Schrift und Bildlichkeit außerhalb Pompejis. Anders als offizielle Inschriften zeigen sie die ungefilterten Stimmen einfacher Menschen. Die 21 detaillierten Schiffsdarstellungen bestätigen die Rolle Smyrnas als Hafenstadt; das als ältestes bekanntes Kreuzworträtsel bezeichnete Stück gehört zu den Beispielen intellektueller Unterhaltung. Diese auf Griechisch verfassten Graffiti öffnen ein einzigartiges Fenster in den Alltag einer großen römischen Stadt.

Wie helfen die Schiffsgraffiti den Historikern?

Die 21 Schiffszeichnungen im Basilika-Untergeschoss sind teils gemalt, teils geritzt. Sie zeigen Handelsschiffe der mediterranen Routen des 2.–4. Jahrhunderts. Damit liefern sie seltene Bildquellen zu Schiffbau und Takelung der Antike, ergänzen literarische und numismatische Belege zum antiken Seehandel und bestätigen den Status Smyrnas als wichtige Hafenstadt der antiken Welt.

Wie hängt die Agora mit dem Basar Kemeralti zusammen?

Die räumliche Beziehung ist bemerkenswert. Die antike Agora liegt direkt am Hang oberhalb des Kemeralti — eines der größten historischen osmanischen Basare aus dem 17. Jahrhundert. Vom antiken Platz hinab zum Kemeralti zu gehen heißt, mehr als 2.000 Jahre ununterbrochener Handelstätigkeit zu durchschreiten: vom hellenistisch-römischen Markt über den osmanischen Basar bis zum modernen Einkaufsviertel.

Steht die Anlage auf der UNESCO-Welterbeliste?

Die Agora ist seit 2020 auf der UNESCO-Welterbe-Vorschlagsliste verzeichnet — als Teil der „Historischen Hafenstadt Izmir". Die vollständige Nominierung wird vorbereitet.

Kann ich die unterirdischen Korridore betreten?

Ja, Teile der Kryptoportikus-Gänge der Weststoa und des Basilika-Untergeschosses sind für Besucher zugänglich. Mit ihren Tonnengewölben und stellenweise sichtbaren Wandgraffiti zählen sie zu den atmosphärischsten Räumen der Anlage. Beleuchtung ist vorhanden, doch eine Taschenlampe hilft beim Erkennen der Details.

Wer war Aelius Aristides?

Aelius Aristides (117–181 n. Chr.) war einer der berühmtesten Rhetoren des Römischen Reiches und eine Schlüsselfigur der literarischen Strömung der Zweiten Sophistik. Er lebte in Smyrna und war der Stadt zutiefst verbunden. Sein leidenschaftlicher Brief an Marc Aurel nach dem Erdbeben gilt als ausschlaggebend für die kaiserliche Finanzierung des Wiederaufbaus.

Was geschah mit der Agora nach römischer Zeit?

Nach dem Niedergang des Römischen Reiches verloren die zivilen Funktionen der Agora allmählich an Bedeutung. In byzantinischer Zeit wurden Teile gewerblich und für Wohnzwecke genutzt. Unter osmanischer Herrschaft ging das Gebiet im Wohngefüge des Stadtviertels auf — Häuser wurden über die antiken Strukturen gebaut. Ironischerweise schützte gerade diese Überbauung die unterirdischen Kryptoportikus-Gänge und ihre Graffiti jahrhundertelang vor Wettereinwirkung und Zerstörung, bis moderne Grabungen sie wieder ans Licht brachten.

Gibt es vor Ort Toiletten und Verpflegung?

Am Eingang der Agora stehen grundlegende Besuchereinrichtungen zur Verfügung. Doch der direkt angrenzende Kemeralti-Basar bietet in kurzer Gehweite eine enorme Vielfalt an Restaurants, Cafés und türkischen Teestuben. Das gehört zu den Vorzügen archäologischer Stätten inmitten einer lebendigen Stadt — alle Annehmlichkeiten liegen in Reichweite.

Was ist ein Kryptoportikus?

Ein Kryptoportikus ist ein unterirdisch oder halbunterirdisch tonnengewölbter Korridor bzw. eine Galerie in der römischen Architektur, mit dem auf abschüssigem Gelände eine ebene Baufläche geschaffen und gleichzeitig überdachter Geschäfts- oder Lagerraum geboten wird. Der Kryptoportikus unter der Basilika in Smyrna verfügt über vier Galerien und gleicht das natürliche Gefälle des Pagos-Hügels aus. Seine Wände wurden zur Leinwand der berühmten antiken Graffitisammlung.

Wie vergleicht sich die Agora von Izmir mit der Agora von Athen?

Beide sind staatliche Agorai bedeutender antiker Städte, doch sie unterscheiden sich erheblich. Die Athener Agora ist deutlich größer und war das politische Herz der ersten Demokratie der Welt. Die Agora von Izmir, wiederaufgebaut nach dem Erdbeben von 178, repräsentiert mit ihrer kolossalen Basilika und ihrem komplexen Kryptoportikus das zivile Zentrum der späten Kaiserzeit. Ihre Graffitisammlung ist einzigartig — vergleichbares gibt es in Athen nicht. Beide Stätten sind in moderne Städte eingebettet und schaffen ähnliche Kontraste zwischen antikem und gegenwärtigem Stadtleben.

Architektonische Details

Bautechniken

Der Bau der Agora belegt mehrere fortschrittliche römische Ingenieurleistungen:

  • Opus caementicium (Römischer Beton): Die Tonnengewölbe des Kryptoportikus bestehen aus römischem Beton — einer Mischung aus Kalkmörtel, Vulkanasche (pozzolana) und Zuschlag, die seit nahezu zwei Jahrtausenden standhält. Dieses Material ermöglichte den Römern, weite Innenräume ohne Holzunterstützung zu überspannen.
  • Werksteinmauerwerk: Die sichtbaren Fassaden der Basilika sind aus präzise zugehauenen Kalk- und Marmorblöcken errichtet, viele mit gefasten Kanten — eine aus hellenistischen Bautraditionen übernommene Technik.
  • Terrassierung: Die gesamte Anlage steht auf einer künstlichen Terrasse, die das Gefälle des Pagos ausgleicht und auf der Hangseite massive Stützmauern erforderte. Dies macht die Notwendigkeit des Kryptoportikus deutlich: Er ebnete den Untergrund und schuf nutzbaren Raum.
  • Säulenbau: Die Basilikasäulen bestehen aus übereinandergestapelten Marmortrommeln, einzeln gemeißelt und exakt justiert. Erhaltene Säulenbasen zeigen attisch-ionische Profile, wie sie für die Bautraditionen des 2. Jahrhunderts typisch sind.

Wassermanagement

Die Agora verfügte über ein hochentwickeltes Wassersystem:

  • Drainagekanäle verliefen unter dem Hofpflaster und führten Regenwasser von den Fundamenten weg.
  • Bleirohre versorgten Brunnen und Becken im Bürgerareal.
  • Die Hypokaust-Heizung der römischen Therme setzte eine verlässliche Wasserversorgung über das Aquäduktnetz der Stadt voraus.

Die Zweite Sophistik und das geistige Leben Smyrnas

Die Agora von Smyrna war nicht nur Marktplatz oder Gerichtsstätte — sie war Bühne einer der lebendigsten Geisteskulturen der römischen Welt. Smyrna war ein wichtiges Zentrum der Zweiten Sophistik (ca. 60–230 n. Chr.), einer literarisch-rhetorischen Bewegung, die die griechische kulturelle Identität innerhalb des Römischen Reiches betonte.

Kernaspekte des intellektuellen Lebens Smyrnas im Umfeld der Agora:

  • Öffentliche Rhetorik: Die Basilika diente als Schauplatz öffentlicher Reden führender Sophisten. Rhetoren wetteiferten um Ruhm, Schüler und kaiserliche Patronage und zogen Menschenmengen an, die die Galerien füllten.
  • Philosophische Schulen: In Smyrna wirkten philosophische Schulen, in denen Schüler in der Tradition von Platon und Aristoteles Rhetorik, Ethik und Naturphilosophie studierten.
  • Literarische Festivals: Die Stadt richtete agonale Festivals — Wettbewerbe für Rhetorik und Dichtung — aus, deren Sieger öffentliche Ehrungen erhielten.
  • Vermächtnis des Aelius Aristides: Die erhaltenen Werke des Aristides — darunter die berühmten Heiligen Reden (Hieroi Logoi) über seine mystischen Erfahrungen mit Asklepios — bleiben zentrale Quellen zum Verständnis des geistigen Lebens und der religiösen Erfahrung des 2. Jahrhunderts.

Die Graffiti im Basilika-Untergeschoss spiegeln teils diese geistige Atmosphäre wider — eingeritzte Wortspiele, Rätsel und literarische Anspielungen lassen vermuten, dass zumindest einige der Schreiber gebildete Personen waren, die mit griechischer Literatur vertraut waren.

Architektonische Maße und numerische Daten

Die Bauglieder der Agora gehören zu den größten Beispielen kaiserzeitlicher Architektur Kleinasiens.

Bauteil / ElementMaß / GrößeAnmerkung
Nordstoa (Basilika)161,4 x 29,3 meine der größten Basiliken Kleinasiens
Basilika-Kryptoportikus4 Galerien, Gesamtlänge ~160 mtonnengewölbtes Untergeschoss
Hof der Agoraca. 160 x 160 mrechteckig im Rahmen des Hippodamischen Plans
Weststoa-Kryptoportikus3 Bogengalerienunterirdischer Gewölbedurchgang
Schiffsanzahl der Basilika3 (Erdgeschoss)Hauptschiff breiter als Seitenschiffe
Höhe der Agora30–50 m ü. NNNordhang des Pagos (186 m)
Säulentrommeldurchmesserca. 0,8–1,0 mgestapelte Marmortrommeln
Hofpflasterflächeca. 25.000 m²schrittweise freigelegt

Münzen und numismatische Belege

Smyrna war vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. eine der wichtigsten Münzstätten Kleinasiens. Die Grabungen brachten ein bedeutendes numismatisches Archiv hervor.

Münzinventar der Grabungskampagne 2008–2012: Insgesamt 198 Münzen wurden dokumentiert. Sie decken einen weiten Zeitraum vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. ab; die Konzentration von 35 Exemplaren im 4. Jahrhundert n. Chr. belegt die wirtschaftliche Vitalität der Stadt in dieser Phase.

Hellenistische Münzen: Nach der Niederlage Antiochos' III. in der Schlacht von Magnesia (190 v. Chr.) erlebte Smyrna eine Blüte attischer Tetradrachmen-Prägung. Diese Münzen reflektieren die Bedeutung der Stadt im Handelsnetz.

Homereion-Münzen: Bronzemünzen des 2. Jahrhunderts v. Chr. zeigen vorn einen Apollonkopf mit Lorbeerkranz und rückseitig den sitzenden, nachdenklichen Homer. Die Smyrnäer prägten so ihren Anspruch in Münzform, der große Dichter sei in ihrer Stadt geboren.

Römische Kaisermünzen: Ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. prägte Smyrna Münzen mit Kaiserporträts und Darstellungen kaiserkultischer Tempel. Einige Stücke von 37/38 n. Chr. wurden im Namen des Prokonsuls C. Calpurnius Aviola und des Strategen Menophanes geprägt und zeigen Drusilla als Persephone.

Neokoros-Titel und Münzen: Smyrna erhielt mehrfach den Titel Neokoros — offizieller Hüter eines Kaiserkulttempels. Dieser Titel erscheint auf den Münzen und spiegelt die prestigeträchtige Stellung der Stadt im römischen Reichssystem wider. Mit Ephesos und Pergamon konkurrierte Smyrna um den Neokoros-Status in der Provinz Asia.

Das Graffiti-Dokumentationsprojekt und Publikationen

Die systematische Dokumentation der Graffiti im Basilika-Untergeschoss hat in der internationalen Forschung erheblichen Widerhall gefunden.

2003 — Projektbeginn: Roger S. Bagnall und sein Team vom Institute for the Study of the Ancient World (ISAW, NYU) entdeckten zahlreiche handschriftliche Botschaften und Zeichnungen auf den verputzten Wänden des Weststoa-Kryptoportikus. Im selben Jahr wurden im Rahmen von Reinigungs- und Konservierungsarbeiten weitere Graffiti freigelegt.

2007 — Wiederaufnahme systematischer Grabungen: Unter Leitung von Doz. Dr. Akin Ersoy (Universität Izmir Katip Çelebi) begannen systematische Kampagnen. Mit Genehmigung des Kultur- und Tourismusministeriums konnte die Graffitisammlung erweitert werden.

2016 — ISAW-Monografie: Roger S. Bagnall, Roberta Casagrande-Kim, Akin Ersoy, Cumhur Tanriver und Burak Yolacan veröffentlichten gemeinsam die rund 500 Seiten umfassende Monografie Graffiti from the Basilica in the Agora of Smyrna. Die Arbeit dokumentiert sämtliche Graffiti mit Zeichnungen und Fotografien, liefert epigraphische Analysen und untersucht das Wechselspiel zwischen Bild und Text.

2024 — Funde mit ägyptischen Einflüssen: Im Mai 2024 wurden auf dem Grabungsgelände Figuren und Objekte mit ägyptischer Bildsprache freigelegt — Belege für die kulturellen und kommerziellen Verbindungen Smyrnas mit Ägypten im östlichen Mittelmeerraum.

Gesamtzahl der Kleinfunde: Während der systematischen Grabungen wurden insgesamt 653 bewegliche archäologische Objekte registriert — darunter Münzen, Keramikfragmente, Glasgefäße, Metallobjekte und Skulpturenfragmente.

Antikes Handelsnetz und Hafenanbindung Smyrnas

Die 21 Schiffsgraffiti im Untergeschoss der Basilika belegen unmittelbar die zentrale Rolle Smyrnas im mediterranen Handel. Sie zeigen verschiedene Schiffstypen des 2.–4. Jahrhunderts:

  • Handelsschiffe (oneraria): breite Rümpfe, ein- oder zweimastig, Rahsegel — große Frachter für Getreide, Wein, Olivenöl und Keramik.
  • Kriegsschiffe (navis longa): schlanker und länger, mit erkennbaren Ruderreihen — Militärschiffe.
  • Fischerboote: kleine Küstenfahrzeuge mit einfacher Takelung.

Der Hafen Smyrnas — am Westhang des Pagos zur Bucht von Izmir hin gelegen — gehörte zu den geschäftigsten Handelshäfen Westanatoliens. Die natürliche Geschütztheit der Bucht ermöglichte sicheres Ankern. Im Versorgungsnetz des Römischen Reiches diente Smyrna als Umschlagplatz für Getreide aus Ägypten, Gewürze aus Syrien und lokale ägäische Produkte.

Die Agora war das zivile Steuerungszentrum dieses Handels. Die Basilika fungierte als Forum für Rechtsentscheidungen (Handelsstreitigkeiten) und Handelsaufsicht. Der Kryptoportikus der Weststoa diente vermutlich als Lager- und Großhandelsfläche.

Quellen und weiterführende Literatur

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Standortinformationen

Breitengrad:38.419028
Längengrad:27.139691
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