Apollonia liegt im Kreis Kaş der Provinz Antalya in der Nähe des Dorfes Sahilkılınçlı (historisch Sıcak Koyu), rund 3 km nördlich des Küstenortes Aperlae, auf einem L-förmigen Felsvorsprung über der Mittelmeerküste. Bekannt ist die Stätte vor allem für ihre sechs lykischen Pfeilergräber (pillar tombs), die um 500 v. Chr. datiert werden und damit zu den ältesten dokumentierten Grabmonumenten Westlykiens zählen. In der Kaiserzeit bildete Apollonia gemeinsam mit Aperlae, Simena und Isinda eine Sympoliteia – ein politisches Bündnis, das im Lykischen Bund über eine einzige Stimme verfügte; dieser Bund gilt als eine der frühesten dokumentierten Föderationen mit demokratischen Zügen. Hinzu kommen ein kleines hellenistisches Theater mit 10 Sitzreihen, byzantinische Kirchen, kaiserzeitliche Sarkophage, ein Bad und zahlreiche Zisternen, die von einer Besiedlung vom 5. Jh. v. Chr. bis ins 7. Jh. n. Chr. zeugen.
- Warum Apollonia besondere Bedeutung hat
- Geographie und Lage
- Historische Chronologie
- Die wichtigsten Bauten
- Archäologische Arbeiten
- Besucherinformationen
- Häufig gestellte Fragen
- Quellen und weiterführende Literatur
Warum Apollonia besondere Bedeutung hat
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Dynastische Pfeilergräber. Apollonia gehört zu den wenigen lykischen Stätten mit sechs erhaltenen Pfeilergräbern – jenen freistehenden monolithischen Pfeilern, die in einer auf dem Kopf angebrachten Grabkammer enden. Diese Form ist ausschließlich in Westlykien dokumentiert und stellt eine der ältesten und seltensten lykischen Grabbautraditionen dar. Die Dichte von sechs Exemplaren an einem kleinen Ort ist außergewöhnlich.
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Beleg für den Lykischen Bund. Die Sympoliteia mit Aperlae, Simena und Isinda hielt im Lykischen Bund eine gemeinsame Stimme. Montesquieu wertete diesen Bund als föderalistisches Vorbild aus; auch die Verfasser der amerikanischen Verfassung beriefen sich auf ihn.
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Kontinuität von Lykien bis Byzanz. Eine durchgehende Besiedlung von der lykischen Dynastenzeit (5. Jh. v. Chr.) bis ins 6./7. Jh. n. Chr. ist in den Schichten ablesbar: Pfeilergräber, hellenistisches Theater, kaiserzeitliche Sarkophage und Bäder, byzantinische Kirchen.
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Verbund mit Aperlae. Das Verhältnis zur 3 km südlich gelegenen Küstenstadt Aperlae zeigt, wie lykische Gemeinden zwischen Höhen- und Küstenstandort komplementär organisiert waren – ein Modell, das in Lykien vielfach wiederkehrt.
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Unberührte lykische Landschaft. Im Gegensatz zu Myra, Patara oder Xanthos ist Apollonia massentouristisch praktisch unentdeckt geblieben. Pfeilergräber, kaiserzeitliche Sarkophage, das kleine Theater und die byzantinischen Kirchen liegen in einer authentischen mediterranen Landschaft.
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Vielfalt lykischer Bestattungskultur. An einem Ort lassen sich Pfeilergräber, Felsgräber und römerzeitliche Sarkophage gemeinsam beobachten – eine visuelle Zeitleiste über fast tausend Jahre.
Geographie und Lage
Apollonia liegt im Kreis Kaş (Provinz Antalya) in der Nähe des Dorfes Sahilkılınçlı auf einem markanten L-förmigen Felsvorsprung oberhalb der Küste.
Kennzeichnend sind:
- exponierte Höhenlage mit Blick aufs Mittelmeer im Süden und auf die lykischen Bergketten im Norden;
- L-förmiger Felsumriss, der Wohn-, Verwaltungs- und Bestattungsbereiche in zwei Schenkeln trennt;
- mediterrane Macchie mit Oliven, Johannisbrot- und Myrtenbäumen, dichtem Buschwerk und Wacholder;
- Küstennähe (etwa 2–3 km), die Apollonia in das lykische Seenetz einbindet;
- Verbindung zur 3 km südlich gelegenen Hafenstadt Aperlae über Pfade durch typische lykische Karstlandschaft;
- felsiger Kalksteinuntergrund, der sowohl Baumaterial als auch das Material für Felsgrab- und Sarkophagarbeiten lieferte.
Das mediterrane Klima ist durch heiße, trockene Sommer und milde, regenreiche Winter geprägt; in der Höhe wird die Hitze durch Seewind und Höhe etwas gemildert. Die Region zwischen Kaş und Demre gehört zu den dichtesten lykischen Fundlandschaften der Türkei.
Historische Chronologie
Lykische Dynastenzeit (6.–4. Jahrhundert v. Chr.)
- Die Pfeilergräber in der Nordnekropole datieren um 500 v. Chr. und zeugen von einer lykischen Gemeinde mit dynastischem Rang.
- Die sechs Pfeilergräber sind außergewöhnlich, da diese Grabform den herrschenden Familien lykischer Polis vorbehalten war. Die Monolithe sind bis zu rund 5 m hoch, verjüngen sich nach oben, und an der Spitze sitzt eine separat verschlossene Grabkammer.
- Eine kleine Burg auf der höchsten Stelle der Akropolis zeugt von organisierter Verteidigung und politischer Autorität.
- Lykien wurde von lokalen Dynastien regiert; die Namen der Apollonia-Dynastien sind nicht überliefert.
- Die lykische Sprache, in eigener Schrift aus dem Griechischen abgeleitet, war in dieser Zeit in Gebrauch.
Klassische Zeit und Perserherrschaft (5. Jh. v. Chr.)
- Lykien stand unter achämenidischer Hoheit, behielt aber unter lokalen Dynasten weitreichende Autonomie.
- Die berühmte Selbstvernichtung von Xanthos (540 v. Chr.) zeugt vom Charakter lykischer Selbstbestimmung.
- Die Pfeilergräber von Apollonia entstanden in dieser Phase unter Dynasten innerhalb des persischen Rahmens.
Hellenistische Zeit (4.–1. Jh. v. Chr.)
- Nach Alexanders Lykienfeldzug (334–333 v. Chr.) fiel die Region in den Einflussbereich der Makedonen, Ptolemäer und Seleukiden.
- Der Name „Apollonia" ist hellenistischen Ursprungs – eine Umbenennung zu Ehren des in Lykien weit verehrten Apollon.
- Das kleine Theater mit 10 Sitzreihen entstand in dieser Phase und steht für die Übernahme griechischer Stadtinstitutionen.
- Aperlae entwickelt sich zur Führungsstadt der Sympoliteia.
Kaiserzeit und Lykischer Bund (1. Jh. v. Chr. – 4. Jh. n. Chr.)
- 43 n. Chr. Annexion Lykiens unter Claudius, Provinz Lycia et Pamphylia.
- Apollonia gehörte zur Sympoliteia mit Aperlae, Simena und Isinda. Aperlae war federführend.
- Die Sympoliteia hielt eine Stimme im Lykischen Bund, der nach Größe Stimmen verteilte (3, 2 oder 1).
- An den Nordosthängen der Akropolis entstand ein ausgedehnter Bereich kaiserzeitlicher Sarkophage mit ogivalem Deckel.
- Ein Bad dokumentiert die Übernahme römischer Stadtkultur.
- Zahlreiche Zisternen sichern die Versorgung der Höhensiedlung.
Byzantinische Zeit (4.–7. Jh. n. Chr.)
- Apollonia blieb bewohnt.
- Zwei byzantinische Kirchen wurden im Westen und Nordwesten der Akropolis errichtet.
- Datierung in das 6. oder 7. Jh. und Beleg für frühchristliche Präsenz.
- Ein Heroon an der Westseite wurde möglicherweise für christliche Nutzung adaptiert.
- Im 7. Jh. setzt mit den arabischen Seezügen und der byzantinischen Schwäche der allgemeine Niedergang ein.
Die wichtigsten Bauten
Lykische Pfeilergräber (um 500 v. Chr.)
Die historisch wichtigsten Monumente liegen in der Nordnekropole:
- Sechs Pfeilergräber – freistehende monolithische Pfeiler mit Grabkammer im Kopfteil;
- eines der charakteristischsten Bauwerke der lykischen Dynastenzeit;
- ausschließlich in Westlykien belegt und älter als die verbreiteteren Felsgräber;
- Vorbehalt der herrschenden Schicht;
- Beleg vorhellenistischer Wurzeln Apollonias;
- Konstruktion: einzelne Monolithe, oben Grabkammer, häufig mit gesondertem Deckstein;
- vermutlicher religiöser Hintergrund: Hochheben der Toten Richtung Himmel.
Hellenistisches Theater
- 10 Sitzreihen in den natürlichen Hang gehauen;
- bescheidener Maßstab, im Einklang mit der Stadtgröße;
- Doppelfunktion als Aufführungs- und Versammlungsort;
- Sicht auf die Landschaft, bei klarer Sicht bis ans Meer;
- standardmäßige hellenistische Orientierung nach Süden.
Kaiserzeitliche Sarkophage
- Konzentration an den Nordosthängen der Akropolis;
- Datierung vor allem ins 1.–3. Jh. n. Chr.;
- ogivaler Deckel als lykisch-römisches Markenzeichen;
- griechische Inschriften, oft mit Strafdrohungen bei Missbrauch.
Akropolisburg
- auf dem höchsten Punkt der Akropolis;
- aus der lykischen Dynastenzeit;
- Mauer- und Fundamentreste;
- weiter Blick über die Region einschließlich Aperlae.
Byzantinische Kirchen
- zwei Kirchen im Westen bzw. Nordwesten der Akropolis;
- 6.–7. Jh. n. Chr.;
- Wiederverwendung antiker Spolien;
- Beleg der frühchristlichen Phase.
Bad
- römisches Badewesen (caldarium, tepidarium, frigidarium);
- gleichermaßen Hygiene- und Sozialeinrichtung.
Zisternen
- in den Fels geschnitten, mit hydraulischem Mörtel ausgekleidet;
- unverzichtbar für die wasserarme Höhensiedlung;
- variieren von kleinen Haushalts- bis zu größeren Gemeinschaftsspeichern.
Heroon
- Verehrungsbau für einen Stifter oder Heroen;
- vermutlich in byzantinischer Zeit umgewidmet.
Architekturanalyse der lykischen Pfeilergräber
Die sechs Pfeilergräber sind die ältesten und auffälligsten Belege lykischer Grabarchitektur. Eine technische Analyse zeigt:
- Höhe: überwiegend 3–7 m; das höchste in Apollonia rund 5,5 m. Vergleichswerte: Harpyien-Monument in Xanthos über 8 m;
- Material: lokaler Kalkstein in monolithischer Ausführung;
- Grabkammer: rechteckig, ca. 1,5 × 0,8 × 0,7 m, durch Schiebestein verschlossen;
- Profil: leicht konisch nach unten verbreitert für Stabilität;
- Schmuck: meist schlicht, vereinzelt einfache Lineardekoration und Löwenpranken;
- Verteilung: sechs Pfeilergräber in einem Areal von ca. 50 × 30 m gruppiert;
- Vergleich: nur Xanthos (>9 Pfeilergräber) und Tlos (4–5) übertreffen die Dichte.
Apollonia im Lykischen Bund
- Der Lykische Bund (Lykion Koinon) bestand vom 2. Jh. v. Chr. bis 43 n. Chr. eigenständig, dann unter römischer Aufsicht;
- proportionale Sitzverteilung in einem Synedrion;
- Stimmrechte: große Städte 3, mittlere 2, kleinere/Sympoliteien 1;
- die Vierstadt-Sympoliteia (Aperlae, Apollonia, Simena, Isinda) sprach mit einer Stimme;
- Montesquieu pries diese Föderation 1748 als föderalistisches Vorbild;
- in der amerikanischen Verfassungsdebatte (1787) verwiesen Madison und Hamilton auf den Lykischen Bund;
- Steuern proportional zur Bevölkerung; gemeinsames Rechtssystem;
- religiöser Mittelpunkt: das Letoon-Heiligtum bei Xanthos;
- nach 43 n. Chr. blieb der Bund als kulturell-religiöses Forum bestehen.
Wasserwirtschaft und Zisternentechnik
- Apollonia musste seinen Wasserbedarf vollständig aus Regenwasser decken;
- zwei Typen: tonnengewölbte geschlossene Zisternen und offene Beckenformen;
- Hydraulikmörtel (opus signinum) verhinderte Sickerverluste;
- Dach- und Felsflächen sammelten den Regen; Kanäle leiteten ihn in die Zisternen;
- mit etwa 900 mm Jahresniederschlag konnte die Stätte einige hundert Bewohner versorgen;
- die Sommer-Trockenphase wurde mit Vorräten aus dem Winter überbrückt;
- vergleichbare Systeme finden sich in Kyaneai, Trysa und Phellos.
Archäologische Arbeiten
- Lycian Monuments Project: Dokumentation der Gräber und Sarkophage.
- Robert M. Harrison und andere haben Beschreibungen vorgelegt und Apollonia in die lykische Typologie eingeordnet.
- Vergleichende Studien zu Aperlae (mit Unterwasserarchäologie von Robert Hohlfelder und Robert Vann) erhellen das Verhältnis der beiden Gemeinden.
- Epigraphische Befunde aus Aperlae, Simena und anderen Orten stützen den Sympoliteia-Status.
- Keine großflächige Grabung in Apollonia – Wohnbauten, Werkstätten, Inschriften usw. liegen unter der Oberfläche.
- Unterwasserarchäologie in Aperlae beleuchtet die ökonomische Vernetzung.
Der geringe Eingriff hat zur Konservierung beigetragen, macht den Ort aber anfällig für Erosion, Bewuchs und Plünderung.
Apollonia und Aperlae: ökonomisches Verhältnis
Das Paar Höhen-/Küstensiedlung ist typisch für Lykien:
- Apollonia = Höhe, defensiv; Aperlae = Küste, Hafen;
- Landwirtschaft (Oliven, Ziege, Schaf) im Inland;
- Murex-Schnecken und Purpurfärberei in Aperlae;
- Fischerei und Salz an der Küste;
- Verteidigungskooperation durch optische Signale;
- möglicherweise saisonale Bewegung der Bevölkerung – Sommer Höhe, Winter Küste.
Besucherinformationen
Anreise
- Per Auto: von Kaş auf der D-400 Richtung Demre, nach etwa 30 km Abzweig nach Sahilkılınçlı; Fußweg vom Dorf.
- Über den Lykischen Weg ist Apollonia ein lohnender Abstecher.
- Per Boot: Anfahrt zur Küste von Kaş oder Kekova, danach Aufstieg.
Entfernungen: Kaş ~35 km / 45 Min., Demre ~25 km / 30 Min., Antalya ~200 km / 3 Std. Aus dem DACH-Raum bestehen Direktflüge nach Antalya (AYT) sowie saisonal nach Dalaman (DLM).
Beste Reisezeit
- Frühling (März–Mai): ideal, blühende Hänge, 18–25 °C;
- Herbst (September–November): warmes goldenes Licht;
- Sommer (Juni–August): sehr heiß, >35 °C, früh aufbrechen;
- Winter (Dezember–Februar): mild, gelegentlich nass, aber gut zugänglich.
Was Sie erwartet
- abgelegene, nicht erschlossene Stätte ohne Eintritt;
- Pfeilergräber, Sarkophage, Theater, Kirchenreste gut sichtbar;
- moderater Anstieg vom Dorf, unebenes Gelände;
- 2–3 Stunden Aufenthalt;
- schwacher Mobilfunkempfang.
Praktische Hinweise
- knöchelhohe Wanderschuhe;
- mind. 2 l Wasser pro Person;
- Sonnenschutz Pflicht;
- Erste-Hilfe-Set mitnehmen;
- Tele-Objektiv für Detailaufnahmen;
- Kombination mit Aperlae, Simena und Kekova;
- Pfeilergräber respektieren, nicht besteigen, keine Sarkophagdeckel verschieben.
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung
- Aperlae – Schwesterstadt, teils unter Wasser;
- Simena (Kaleköy) – Burgendorf mit Sarkophagen;
- Kekova – versunkene Stadt;
- Kaş – mediterranes Boutiquezentrum;
- Myra (Demre) – lykische Felsgräber, Nikolauskirche;
- Kyaneai – Sarkophagfeld;
- Trysa – Heroon (Original in Wien);
- Lykischer Weg – 540 km Fernwanderweg.
Häufig gestellte Fragen
Was sind lykische Pfeilergräber?
Hohe, freistehende monolithische Steinpfeiler mit Grabkammer im Kopfteil – die älteste und seltenste lykische Grabform, ausschließlich in Westlykien. Apollonia bewahrt sechs Exemplare.
War Apollonia Teil des Lykischen Bundes?
Indirekt ja – als Mitglied einer Sympoliteia mit Aperlae, Simena und Isinda, die gemeinsam eine Stimme stellte. Aperlae war führende Stadt.
Wie verhält sich Apollonia zu Aperlae?
Komplementäre Siedlungen: Apollonia auf dem Berg, Aperlae am Meer. In der Kaiserzeit in einer Sympoliteia gebündelt – ein klassisches lykisches Modell.
Wie alt ist Apollonia?
Die ältesten datierbaren Monumente – die Pfeilergräber – stammen aus der Zeit um 500 v. Chr. Die Besiedlung reicht bis ins 6./7. Jh. n. Chr.
Liegt Apollonia am Lykischen Weg?
Nahe – nicht direkt am Weg, aber als Abstecher leicht erreichbar.
Wie viele Sarkophage gibt es?
Dutzende kaiserzeitliche Exemplare entlang der Nordosthänge, meist mit ogivalem Deckel.
Ist ein Alleinbesuch sicher?
Mit den üblichen Vorkehrungen ja.
Unterschied zwischen Pfeilergrab, Felsgrab und Sarkophag?
Pfeilergräber: monolithischer Pfeiler mit Grabkammer im Kopf, nur Westlykien. Felsgräber: Tempelfassaden direkt in den Fels geschlagen, in ganz Lykien. Sarkophage: freistehende Steinsarge, im ganzen Mittelmeerraum. Apollonia vereint alle drei Typen.
Lässt sich Apollonia mit Kekova kombinieren?
Ja. Apollonia liegt rund 25 km nordwestlich der versunkenen Stadt; beide Orte ergeben einen Tagesausflug. Bootstouren ab Kaş lassen sich gut mit einem Landabstecher nach Apollonia verbinden.
Gibt es Inschriften?
Wenige, aber wertvoll – lykische und griechische Inschriften auf Sarkophagen und Stelen.
Warum nur in Westlykien Pfeilergräber?
Ausdruck der politischen und kulturellen Eigenart der westlykischen Dynastien im 6./5. Jh. v. Chr. Berühmteste Beispiele: Xanthos, Tlos, Apollonia.
UNESCO-Status?
Apollonia steht auf der UNESCO-Welterbe-Tentativliste der Türkei innerhalb der Gruppe „Antike Städte der lykischen Zivilisation".
Anreise mit ÖPNV?
Direktverbindung gibt es nicht. Aus Kaş kommt man per Taxi oder organisierten Wanderprogrammen.
Wie groß war die Bevölkerung?
Schätzungen reichen von einigen Hundert bis zu etwa 1.000 Bewohnern.
Was geschah in byzantinischer Zeit?
Die Stadt blieb bewohnt, die Bevölkerung schrumpfte. Christliche Bauten entstanden; arabische Seezüge im 7. Jh. dürften die Aufgabe ausgelöst haben.
Beste Jahreszeit?
Frühling und Herbst – mild, klar, blühend. Sommer sehr heiß, Winter teils nass.
Quellen und weiterführende Literatur
- Lycian Monuments – Apollonia
- ArticHaeology – Apollonia Lykien
- Antalya Rehberi – Apollonia
- Wikipedia DE – Apollonia (Lykien)
- Kültür Envanteri – Apollonia
- UNESCO Tentativliste – Antike Städte der lykischen Zivilisation
- Peter Sommer Travels – Ancient Lycia
- Lycian Monuments – Aperlae
- CNN Travel – Lykische Felsgräber
- Ancient Origins – Ancient Lycians and their rock-cut tombs
- Deutsches Archäologisches Institut – dainst.org
- Österreichisches Archäologisches Institut – oeai.at
- Kultur- und Tourismusministerium der Türkei – ktb.gov.tr
- UNESCO Welterbe – whc.unesco.org/de