Kitanaura ist eine antike lykische Stadt auf einem steilen Hügelrücken bei dem Dorf Saraycık im Kreis Kumluca in der Provinz Antalya. Von keinem antiken Autor erwähnt, blieb der Ort über 150 Jahre namenlos — obwohl seine Ruinen schon 1842 von Spratt und Forbes erstmals beschrieben wurden. Die Identifikation gelang erst 1998 über Münzen im Museum Antalya und einen Abgleich mit der Miliarium Lyciae, einem in Patara gefundenen römischen Meilenstein. Eine systematische Geländeaufnahme der Akdeniz-Universität unter Prof. Nevzat Çevik in den Jahren 2004–2007 stellte die Stadt schließlich der internationalen Forschung vor. Kitanaura ist heute vor allem für eines der besterhaltenen Heroa Südkleinasiens — das Heroon des Trokondas II. — und für eine bemerkenswerte Nekropole mit 51 Sarkophagen bekannt. Die Stätte zählt zu den authentischsten und am wenigsten besuchten antiken Orten Lykiens und bietet ein echtes Entdeckungserlebnis.
- Bedeutung Kitanauras
- Geographie und Lage
- Historische Zeittafel
- Wichtigste Bauten
- Heroon des Trokondas II.
- Nekropole
- Archäologische Forschung
- Besucherinformationen
- Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Bedeutung Kitanauras
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Eine namenlos überlebende Stadt: Anders als Xanthos oder Myra findet Kitanaura in keiner antiken Quelle Erwähnung — weder bei Strabon, noch bei Plinius. Ihre Identifikation ist allein archäologischer Detektivarbeit zu verdanken: Münzen, einem römischen Meilenstein und einer Geländeaufnahme. Damit ist Kitanaura ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie moderne Archäologie Geschichte zurückgewinnt, die die literarische Überlieferung übersehen hat.
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Das Heroon des Trokondas II.: Mit seinen reliefierten Schlacht- und Mythenszenen zählt das Grabmal zu den eindrucksvollsten Beispielen lykischer Sepulkralarchitektur außerhalb der großen Städte. Es zeigt, wie lokale Eliten ihre Leistungen in monumentaler Kunst inszenierten.
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Unberührte Nekropole: 51 Sarkophage und vier Exedra-Gräber auf engem Raum zeichnen die Entwicklung lykischer Bestattungstraditionen über mehrere Jahrhunderte nach — vom schlichten Steinsarg bis zum reich verzierten Sarkophag.
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Tausendjährige Verteidigungsarchitektur: Die hellenistischen bis byzantinischen Mauern und die Umnutzung der Akropolis zum byzantinischen Kastron zeigen, wie eine kleine Bergstadt sich über tausend Jahre an wechselnde militärische Bedrohungen anpasste.
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Unentdecktes Erlebnis: Kitanaura zählt zu den am wenigsten besuchten antiken Stätten Lykiens. Ohne Kasse, Besucherzentrum oder Infrastruktur bietet die Stätte ein authentisches, abgeschiedenes Erlebnis — anders als Olympos oder Phaselis.
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Bestätigte Mitgliedschaft im Lykischen Bund: Die Nennung Kitanauras auf der Miliarium Lyciae belegt, dass selbst diese kleine Bergstadt Mitglied des hochgelobten föderalen Systems Lykiens war.
Geographie und Lage
Kitanaura liegt im Beydağı-Massiv, dem westlichen Ausläufer des Taurus, in einer eindrucksvollen Hügellage nordwestlich von Kumluca. Die Stätte ist nur mit deutlich erhöhtem Aufwand erreichbar — was Teil ihres Reizes ist.
Die Akropolis liegt auf einem ost-west-orientierten Bergrücken. Die West- und Nordseiten fallen als steile Felswände ab und bilden eine natürliche Verteidigung. Die Mauern setzen im Südwesten an und schließen den Ostflügel und die Nordflanke, wo das Gelände keinen ausreichenden Schutz bietet.
Das Gelände entspricht typisch lykischem Hinterland:
- Kalksteinhänge mit Macchia (Myrte, Mastix, Thymian, Rosmarin)
- Saisonale Bachläufe in den Tälern
- Terrassierte Felder auf flacheren Hängen
- Kiefern- und Zedernwälder in höheren Lagen
Der Name "Kitanaura" könnte aus dem Lykischen stammen und etwa "Kleine Stadt" bedeuten. Der moderne Dorfname Saraycık ("Kleines Palais") spiegelt möglicherweise das volkstümliche Echo der monumentalen Ruinen.
Von der Akropolis blickt man bei klarem Wetter bis zum Mittelmeer im Süden und auf die zerklüfteten Gipfel des Beydağı im Norden und Westen.
Direktflüge aus dem DACH-Raum
Antalya wird ganzjährig direkt aus Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Wien, Zürich und Basel angeflogen. Vom Flughafen aus erreicht man Kumluca in rund 1,5 Stunden, von dort noch etwa 30–45 Minuten auf Bergstraße bis zur Stätte.
Historische Zeittafel
Hellenismus (3.–1. Jh. v. Chr.)
Die früheste identifizierbare Phase Kitanauras ist hellenistisch. Die erste Mauerphase wurde in polygonaler Bautechnik errichtet, charakteristisch für lykische Verteidigungsarchitektur. Die Siedlung diente vermutlich als kleine befestigte Gemeinde zur Kontrolle der Bergpässe und des lokalen Ackerlandes.
Lykien wechselte in dieser Zeit zwischen Ptolemäern und Seleukiden, gewann später durch den Lykischen Bund — eines der frühesten und meist gelobten föderalen Systeme der Antike — relative Unabhängigkeit. Die Mitgliedschaft Kitanauras im Bund wird durch die in Patara 1993 ausgegrabene Miliarium Lyciae bestätigt.
Im Bund hatten Städte je nach Größe ein, zwei oder drei Stimmen. Kitanaura besaß als Kleinstadt vermutlich eine Stimme — doch die Mitgliedschaft selbst belegt, dass auch bescheidene Berggemeinden in dieses System eingebunden waren.
Römische Kaiserzeit (1. Jh. v. Chr. – 4. Jh. n. Chr.)
Unter römischer Herrschaft erlebte Kitanaura seine größte Bauphase. Das Heroon des Trokondas II. wurde im 2. bis 4. Jahrzehnt des 2. Jh. n. Chr. (etwa 120–140 n. Chr.) errichtet. Der Thermen-Gymnasion-Komplex entstand spätestens im 2. Jh., die Nekropole wurde mit neuen Sarkophagen in lykischen und römischen Stilformen erheblich erweitert.
In dieser Phase prägte Kitanaura eigene Münzen. Exemplare wurden 1998 in der Sammlung des Museums Antalya identifiziert — der entscheidende Fund für die Identifikation der Stätte.
Römische Infrastruktur umfasste:
- Thermen-Gymnasion mit sieben Funktionseinheiten und einer Palaestra
- Erweiterte Mauern mit römischer Bautechnik
- Heroon und zugehöriges Bestattungsareal
- Wohngebäude südlich und westlich der Akropolis
- Anbindung an das regionale Wegenetz
Byzantinische Zeit (5.–7. Jh.)
Im byzantinischen Zeitalter erfuhr Kitanaura eine wichtige Umnutzung: Eine Kirche des 5. oder 6. Jh. wurde auf der Akropolis errichtet, die damit von weltlichem zu sakralem Zentrum wurde. Zugleich wurde die Akropolis zum Kastron ausgebaut — angesichts der Bedrohung durch arabische Vorstöße. Die letzte Mauerphase fällt in diese Zeit.
Aufgabe
Wie viele Binnenorte Lykiens wurde Kitanaura im Zuge der Bevölkerungskonzentration an der Küste schrittweise verlassen — vermutlich nach dem 7. Jh., als arabische Vorstöße, Pestepidemien und wirtschaftlicher Niedergang weite Teile des lykischen Hinterlandes entvölkerten.
Wichtigste Bauten
Akropolis
Die Akropolis krönt den Ost-West-Rücken und vereint Verteidigungskern, Verwaltung und Sakralfunktion:
- Natürliche Felsabbrüche im Westen und Norden
- Stadtmauern vom Südwesten über Osten bis zum Norden
- Byzantinische Kirche (5.–6. Jh.) auf dem Gipfel
- Byzantinische Kastronbefestigung als Verstärkung
- Wohn- und öffentliche Bauten im Innenbereich
Stadtmauern
Mindestens drei Hauptphasen:
- Hellenistisch: polygonale Mauerwerksflächen, deren Steine einzeln angepasst wurden
- Römisch: ergänzte und verstärkte Mauern mit regelmäßigerem Quaderverband
- Byzantinisch: letzte Verstärkung und Umwandlung der Akropolis in ein Kastron
Thermen-Gymnasion-Komplex
Außerhalb der Akropolis gelegen, errichtet spätestens im 2. Jh. n. Chr.:
- Sieben funktionale Einheiten (u. a. Frigidarium, Tepidarium, Caldarium und Serviceräume)
- Palaestra für Sport und Begegnung
- Reste eines Hypokaustsystems
Der Komplex ist eine kleinformatige Version der großen lykischen Thermen-Gymnasia von Patara oder Myra und zeigt, wie tief die römische Stadtkultur selbst die abgelegensten Winkel des Reiches durchdrang.
Heroon des Trokondas II.
Das berühmteste Bauwerk Kitanauras ist das auf einem Hang am Zugangsweg errichtete Heroon des Trokondas II. — eines der besterhaltenen Heroa Südkleinasiens.
Architektur
Das Heroon ist ein tempelförmiger Bau, ähnlich dem Heroon des Perikles in Limyra. Der rechteckige Grundriss misst etwa 8,35 × 7,2 m. Säulen, Architrav und Giebel zitieren absichtlich Sakralarchitektur und erheben den Verstorbenen vom Sterblichen zum Heros.
Das Bauwerk steht auf einem erhöhten Podium und war so gestaltet, dass es Reisende von Süden bereits beim Annäherungsweg empfing.
Inschrift
Eine Inschrift an der Fassade nennt den Auftraggeber: Trokondas, Sohn des Trokondas, Enkel des Atteous. Der Name Trokondas ist lykischen Ursprungs — Hinweis auf das fortbestehende lokale Eliteselbstverständnis selbst zur Zeit der weitgehenden Hellenisierung im 2. Jh. n. Chr.
Reliefschmuck
Die Außenwände trugen reliefierte Bildtafeln mit:
- Militärischen Szenen: Krieger im Kampf, möglicherweise idealisierte Kriegstaten des Heros — Hinweis auf den militärischen Ursprung des Status der Familie
- Mythologischen Szenen: griechische Mythenfiguren als Zeichen kultureller Verschmelzung
- Symbolischen Motiven: Kränze, Schilde, Waffen — Heldentum und Jenseitsglaube
Datierung
Jüngere Forschungen datieren das Heroon auf das 2. bis 4. Jahrzehnt des 2. Jh. n. Chr. — den Höhepunkt der römischen Blütezeit Lykiens.
Nekropole
Die Nekropole verteilt sich über die Hänge rund um die Siedlung, mit Konzentrationen entlang der Zufahrtswege:
- 51 Sarkophage — lykische Spitzbogendeckel (ogival) und römische Flachdeckelvarianten
- 4 Exedra-Gräber — Halbkreisbänke für Trauerzeremonien
- Felsgräber an Nord- und Westhängen
- Einfache Grubengräber für die Allgemeinbevölkerung
Die Sarkophage reichen von schmucklosen bis reich reliefierten Stücken (Blumenkränze, Stierprotomen, Inschriften).
Die Verteilung folgt typisch lykischer Praxis: Gräber begleiten die Zugangswege, sodass jeder Besucher zwischen den Verstorbenen hindurchschreitet.
Archäologische Forschung
Frühe Entdeckung (1842)
Die Ruinen wurden erstmals 1842 durch die britischen Forscher T. A. B. Spratt und Edward Forbes im Rahmen ihres Werks Travels in Lycia, Milyas, and the Cibyratis dokumentiert. Die Identifikation gelang ihnen jedoch nicht; 150 Jahre lang galt der Ort schlicht als "antike Stätte bei Saraycık".
Identifikation (1998)
Der Durchbruch kam 1998, als bei der Untersuchung von Münzen im Museum Antalya Exemplare mit dem Namen "Kitanaura" identifiziert wurden. Der Abgleich mit der Miliarium Lyciae in Patara (1993 ausgegraben durch Prof. Havva İşkan-Işık) bestätigte die Lage über den Vergleich der Entfernungsangaben.
Dies ist ein Schlüsselmoment in der lykischen Forschung: eine ganz aus der literarischen Überlieferung gefallene Stadt wurde allein durch numismatische und epigraphische Belege identifiziert.
Systematischer Survey (2004–2007)
Ein detaillierter Survey unter Leitung von Prof. Nevzat Çevik (Akdeniz-Universität):
- Vermessung und Kartierung aller sichtbaren Bauten
- Dokumentation aller 51 Sarkophage
- Architektonische Analyse von Heroon, Mauern, Thermen und Kirche
- Keramik- und Münzdatierung der Bauphasen
- Reliefdokumentation des Heroon
Besucherinformationen
Lage: Saraycık, nordwestlich von Kumluca, Provinz Antalya. Die Stätte liegt deutlich oberhalb der Küstenebene.
Anreise:
- Von Kumluca: nordwestlich nach Saraycık (ca. 20–25 km). Der letzte Abschnitt führt über teilweise unbefestigte Strecken.
- Von Antalya: D400 nach Südwesten bis Kumluca (ca. 100 km), dann auf lokalen Straßen.
- Geländegängiges Fahrzeug für den letzten Abschnitt empfohlen, im Winter oder bei Regen ist Allradantrieb sinnvoll.
- Kein öffentlicher Verkehr.
Beste Reisezeit:
- Frühling (April–Juni): ideal
- Herbst (September–November): mildes Licht
- Sommer: sehr heiß — nur frühmorgens
- Winter: Regen und Matsch möglich
Dauer:
- Standardrundgang: 1,5–2,5 Stunden
- Mit Fotografie: 3–4 Stunden
- Plus Anfahrtszeit auf Bergstraße
Mitbringen:
- Festes Wanderschuhwerk (Pflicht)
- Mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person
- Sonnenschutz
- Taschenlampe für Felsgräber
- Snacks
- Kamera mit Zoom
Wichtige Hinweise:
- Keine Kasse, kein Besucherzentrum, keine Infrastruktur
- Keine Absicherung — Vorsicht an Felskanten
- Begrenzter Handyempfang
- Reiseplan jemandem mitteilen
- Antike Strukturen respektieren
Umgebung:
- Olympos (ca. 40 km südöstlich)
- Phaselis (ca. 55 km östlich)
- Limyra (ca. 30 km nordöstlich) — Vergleich mit dem Perikles-Heroon
- Arykanda (ca. 45 km nördlich)
- Myra und Demre (ca. 60 km südwestlich)
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Kitanaura so unbekannt?
Weil kein antiker Autor sie erwähnt. Xanthos, Patara und Myra erscheinen wiederholt in den Quellen — Kitanaura nicht. Erst 1998 wurde sie archäologisch identifiziert; eine systematische Grabung gab es nie, nur einen Survey. Die abgelegene Berglage hält sie zudem fern von touristischen Routen.
Steht das Trokondas-Heroon noch?
Es ist teilweise erhalten. Untere Mauern und große Teile des Reliefschmucks sind aufrecht, das Dach und der Giebel eingestürzt. Das Bauwerk ist gut genug erhalten, um Konzept und künstlerische Qualität zu vermitteln. Reliefs sind lesbar.
Wie viele Menschen lebten in Kitanaura?
Auf Grundlage der Stadtfläche, der Nekropole und vergleichbarer lykischer Orte werden in der Blütezeit 500 bis 1.500 Einwohner angenommen — eine sehr kleine Gemeinde, was die monumentale Architektur umso eindrucksvoller macht.
Was war die Verbindung zum Lykischen Bund?
Kitanaura wird auf der Miliarium Lyciae genannt, die alle Bundesstädte und Entfernungen auflistet. Der Bund war ein von Montesquieu und den US-Verfassungsvätern gelobtes föderales Modell.
Gibt es Funde aus Kitanaura im Museum?
Münzen befinden sich im Museum Antalya. Die Reliefblöcke des Heroons stehen weiterhin in situ.
Bauliche Maße und technische Details
| Bauwerk | Maß | Merkmal |
|---|---|---|
| Trokondas-Heroon | 8,35 × 7,2 m (Basis) | rechteckig, Eingang nach Osten |
| Akropolis | Gipfel, ca. 540 m ü. M. | Naturfels + Befestigung |
| Nekropole | entlang der Zugangsstraße | verschiedene Grabtypen |
| Stadtmauer | fragmentarisch erhalten | polygonal und quadrisch |
Heroon Details:
- Plan: 8,35 × 7,2 m
- Eingangsrichtung: Osten (zur Akropolis)
- Lage: oberhalb des Zugangswegs
- Reliefs: figürliche Tafeln mit Schlacht-, Jagd- und Mythenszenen
- Datierung: 2.–4. Jahrzehnt 2. Jh. n. Chr.
- Erhaltung: Unterbau und Reliefs erhalten; Dach und Giebel eingestürzt
Münzen und Identifikation
Die Lokalisierung Kitanauras beruht 1998 auf der Kombination von Münzfunden und der Miliarium Lyciae:
Münzen:
- Funde in und um Saraycık in den 1990ern mit Kitanaura-Münzzeichen
- römische Bronzeprägungen
- Aufbewahrung im Museum Antalya
- Beleg für Münzrecht als Mitglied des Lykischen Bundes
Miliarium Lyciae:
- römisches Wegeintegralmonument aus Patara
- listet Bundesstädte und Entfernungen
- nennt Kitanaura mit ihren Distanzen
- epigraphischer Beleg der Bundesmitgliedschaft
Survey Nevzat Çevik (2004–2007)
| Jahr | Arbeit | Beitrag |
|---|---|---|
| 2004–2005 | erster detaillierter Survey | Stadtplan |
| 2006–2007 | Fortlaufende Dokumentation | Heroon, Nekropole, Akropolis |
Ergebnisse:
- Bestimmung der Stadtfläche und Grenzen
- Klassifizierung der Grabtypen
- Detaildokumentation des Heroon
- Kartierung der Verteidigungsanlagen
- Bevölkerungsschätzung: 500–1.500 Einwohner
Bedeutung: Kitanaura zeigt, wie viel ein nicht ausgegrabener Ort durch einen sorgfältigen Survey beitragen kann.
Heroon des Trokondas: politisch-kultureller Kontext
Das Heroon ist nicht nur ein Grabmal, sondern eine politische Aussage:
- Trokondas II.: lokaler Dynast / Großgrundbesitzer
- Heroon-Konzept: Verehrungsbau für einen "vergötterten" Verstorbenen
- Bildprogramm: andreia (Tapferkeit), aristeia (außergewöhnliche Taten)
- Funktion: Opferort und Anniversarien
- Datierungsdebatte: Studie von 2024 datiert auf 2.–4. Jahrzehnt 2. Jh. n. Chr.
Lykisch-pisidische Grenzzone: Kitanaura liegt im Übergangsgebiet beider Kulturen. Das Heroon vereint Elemente beider Traditionen.
Quellen
- Wikipedia DE — Kitanaura
- Wikipedia EN — Kitanaura
- Çevik, N. (2004–2007). Survey-Berichte, Akdeniz-Universität
- "The Heroon of Trokondas the Second at Kitanaura: Revised Dating" — Actual Problems of Theory and History of Art
- Cairn.info — L'héroon de Trokondas à Kitanaura
- Spratt, T. A. B. & Forbes, E. (1847). Travels in Lycia, Milyas, and the Cibyratis. London
- T.C. Kültür ve Turizm Bakanlığı
- Deutsches Archäologisches Institut (DAI) — dainst.org
- Österreichisches Archäologisches Institut (ÖAI) — oeai.at



